Der Fall M. – Eine Psychiatriegeschichte

nach Motiven von Franz Kafka, Ödön von Horváth, Elly Maldaque & Gustl Mollath
Deutschland
Regie Florian Fischer
Deutsch mit englischen Übertiteln

Die Volksschullehrerin Elly M. hat ihre Einlieferung in eine Nervenheilanstalt nur wenige Tage überlebt: Warum man sie dort festhielt, wusste sie nicht. Womöglich hatten ihre kommunistischen Ideen damit zu tun? In einem wenig bekannten Fragment beschreibt Ödön von Horváth in den 30er Jahren einen Fall behördlichen Übergriffs, in dem sich die Deutungshoheit von Justiz und Psychiatrie tragisch gegen das Individuum wenden. Wer bestimmt darüber, wer krank und damit sicherheitsgefährdend ist und aus dem Verkehr, sprich der Gesellschaft gezogen wird?

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Gemeinsam mit seinem Ensemble geht Florian Fischer dieser Frage nach und ist nicht nur in der Literatur bei Horváth und Kafka fündig geworden. Er hat auch den Aktenbestand des Gustl Mollath gelesen, dessen Widerstand gegen die Zwangseinweisung in die Psychiatrie zu einem der aufsehenerregendsten Justizskandale der letzten Zeit führte. Fischer verknüpft so ganz unterschiedliches Material und Rollen zu einem Szenario, in dem die normativen Grenzen zwischen Schuld und Unschuld, zwischen Wahn und Realität mal alptraumhaft, mal irrwitzig ins Schleudern geraten.

Florian Fischer, geboren in Altötting, schloss mit seiner Inszenierung »Der Fall M. – Eine Psychiatriegeschichte« 2014 sein Regiestudium an der Otto Falckenberg Schule in München ab. Neben eigenen Studienprojekten mit Texten u. a. von E.T.A. Hoffmann, Heinrich von Kleist oder Oliver Czeslik hospitierte und assistierte er bei Stefan Pucher, Meg Stuart, Johan Simons und Michael Thalheimer. In der Spielzeit 2015 wird er u. a. am Nederlands Theater (NT) in Gent / Belgien inszenieren.

Regie Florian Fischer
Bühne & Kostüme Susanne Scheerer
Musik Ludwig Berger
Licht Christian Schweig
Dramaturgie Christine Milz, Tobias Staab
Textfassung Florian Fischer, Tobias Staab

mit Bastian Beyer, Barbara Dussler, Jonas Grundner-Culemann, Christopher Heisler, Caroline Tyka

Stückdauer ca. 90 Min.

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Termine

Die genauen Termine in dieser Spielzeit stehen noch nicht fest.