Magnificat

von Marta Górnicka
Instytut Teatralny im. Zbigniewa Raszewskiego
Polen
mit deutschen Übertiteln

Am Anfang stand ein großes Casting, bevor Marta Górnicka 28 Frauen mit völlig unterschiedlichen Biographien und Theatererfahrungen zu einem Chor vereinte. Und zwar zu einem Frauenchor, der das tragische Potential des antiken, damals den Männern vorbehaltenen Chores mit einer neuen politischen Wucht gegenwärtig macht. Gemeinsam mit dem Kollektiv klopft die junge Regisseurin Sprache und soziale Stereotypen auf ihren ideologischen Gehalt hin ab – zornig, energisch und mit enormer Bühnenpräsenz. Die Frauen flüstern, schreien, singen, bis das rhythmische Sprechen zur Musik wird.

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Marta Górnicka hinterfragt die Frauenbilder der Gesellschaft heute. In »Magnificat« geht sie dem ästhetischen und ideologischen Diskurs der katholischen Kirche nach, wie er sich im Ideal der Jungfrau Maria kristallisiert. Ihre Analyse verdichtet sie kraftvoll zu einer Polyphonie, in der antike und zeitgenössische Texte ebenso ihren Platz finden wie Liturgie und Popkultur.

Marta Górnicka ist Regisseurin und Sängerin, Absolventin der Fakultät für Regie der Theaterakademie Aleksander Zelwerowicz sowie der Musikhochschule Frédéric Chopin in Warschau. Als Sängerin gab sie zahlreiche Solokonzerte und nahm ein Album mit Liedern von Astor Piazolla auf. 2010 gründete sie mit Unterstützung des Warschauer Theaterinstituts den Chor der Frauen, mit dem sie eine eigene, neue Form des chorischen Theaters entwickelt. »Magnificat« ist ihre zweite Inszenierung, in der sie den Chor zielgerichtet auch in seiner politischen Dimension erprobt.


Konzept und Regie Marta Górnicka 
Bühne Anna Maria Karczmarska 
Choreografie Anna Godowska 

Mit
Justyna Chaberek
Ewa Chomicka
Alina Czyżewska
Paulina Drzastwa
Alicia Herod
Anna Jagłowska
Katarzyna Jaźnicka
Ewa Kostanciak
Ewa Kossak
Katarzyna Lalik
Kamila Michalska
Katarzyna Migdalska
Maria Jolanta Nałęcz-Jawecka
Natalia Obrębska
Anna Rączkowska
Anna Rusiecka
Monika Sadkowska
Karolina Stępkowska
Karolina Szulejewska
Iwona Tołbińska
Agata Wencel
Karolina Więch
Anna Wodzyńska
Anna Wojnarowska

Presse

»Marta Górnicka und zwei Dutzend Chorfrauenan ihrer Seite beglaubigen beispielhaft wie niemand sonst beim Festival die überwältigende Kraft einer klugen Idee im Einklang mit den ursprünglichsten Energien des Theaters.« Die Welt

»Nie agiert der Chor […] uniform. Górnicka, die ihn live dirigiert, behandelt ihre casual gekleideten Spieler wie ein schillerndes Orchester, mit individuellen Stimmen, hier knarzige wie eine Bratsche, dort glasklar wie eine Klarinette klingend. Eine faszinierende freie, politische Ästhetik mit Symphoniecharakter.« Theater heute 

»Die polnische Produktion versammelt zwei Dutzend überwiegend junge Frauen zu einem Klangkörper, der flüsternd, singend und schreiend einen Befreiungsakt von durch den Katholizismus geprägten weiblichen Stereotypen versucht. Zitate aus Populärkultur und katholischer Liturgie werden mit traditionellen Kochrezepten und dem Hohelied der Liebe durchdekliniert, bis das Ave Maria buchstäblich im Halse stecken bleibt.« 
Theater der Zeit

»Mit dieser Entscheidung lässt sich dem deutschen Regietheater vielleicht wirklich ein Impuls geben. Darin sollte ja der Reiz es europäischen Regie-Nachwuchs-Festivals liegen. Gelungen scheint bei Górnicka auch die Vereinbarkeit mit einem Staatstheater-System,
das große Stoffe umsetzen will.« Braunschweiger Zeitung

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Termine

Die genauen Termine in dieser Spielzeit stehen noch nicht fest.