La Falena

Oper von Antonio Smareglia
Libretto von Silvio Benco
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Der Komponist Antonia Smareglia und der Schriftsteller Silvio Benco schufen mit »La Falena« 1897 ein »Theater der Poesie«, wie sie es selbst nannten: Die Falena ist ein Fabelwesen, eine höllische Kreatur, eine »femme fatale«. Im Schutz der Dunkelheit und auf der Suche nach der Liebe von Männern dringt sie in deren Träume ein, raubt ihnen die Sinne und verleitet sie zu grausamen Taten. Auch König Stellio verfällt dem Zauber der Falena und tötet den Vater seiner Geliebten Albina – eine Schuld, über die er nicht hinwegzukommen vermag.

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Regisseur Michael Schulz stellt das Werk in den Kontext seiner Entstehungszeit, die u. a. durch die Industrialisierung, die Erstarkung der Frau in der Gesellschaft sowie durch die Entdeckung der Psychoanalyse und der damit einhergehenden sexuellen Befreiung verbunden war. Das männlich dominierte Wertesystem schien sich mehr und mehr aufzulösen, was eine Stimmung der Angst erzeugte. So steht die Figur des Stellio im Mittelpunkt der Interpretation: ein angstbesetzter Mann, der hin und her gerissen ist zwischen den Verpflichtungen gegenüber einer puristischen Gesellschaft und dem rauschhaften Verlangen nach sinnlich-erotischer Freiheit – ein Gegensatz, an dem er zerbricht. Smaregia schuf dazu eine Musik, die bis in die kleinsten Nuancen seine Beschäftigung mit Themen wie Naturgewalten, Fabeln und Traumzuständen widerspiegelt. Seine Sprache ist spätromantisch und tonmalerisch, die er bis ins Beunruhigende und Bizarre zu steigern vermag, um nächtlicher Atmosphäre und hypnotischen Rauschzuständen musikalischen Ausdruck zu verleihen. Aus der letzten noch vorhandenen Partitur wird das Staatstheater Braunschweig dieses verschollen geglaubte Meisterwerk für die Bühne wieder rekonstruieren.

Premiere am 15.04.2016

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