Peer Gynt

Oper in drei Akten von Werner Egk
Libretto vom Komponisten
nach Henrik Ibsens gleichnamigem dramatischem Gedicht

Der Träumer und Phantast Peer Gynt verfolgt das Ziel, Reichtum anzusammeln und schließlich Kaiser der Welt zu werden. So begibt er sich auf eine Reise um die Welt und trifft bald auf die zynischen, amoralischen Trolle. Er kann sich deren Manipulation nicht entziehen und wird selbst immer skrupelloser und unmenschlicher. Seine Reise entpuppt sich schließlich als Suche nach dem Sinn der eigenen Existenz. Nur die aufrichtige Liebe Solveigs und Gedanken der Reue können Peer Gynt aus den Verstrickungen befreien und ihm Ruhe schenken.

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Werner Egk dirigierte persönlich die Uraufführung von »Peer Gynt« an der Berliner Staatsoper 1938. Bis dato von den nationalsozialistischen Machthabern als Komponist u. a. für seine »Olympische Festmusik« gefeiert, sorgte »Peer Gynt« für Uneinigkeit. Egk hatte die phantastische Handlung genutzt, um von den Nazis tabuisierte Unterhaltungsmusiken wie Charleston oder Tango anklingen zu lassen, an den Stil Kurt Weills zu erinnern oder verpönte Instrumente wie die gestopfte Trompete oder das Saxophon zu verwenden. Adolf Hitler und Joseph Goebbels allerdings zeigten sich begeistert von dem Werk – dass die Negativwelt der Trolle auch als Abbild nationalsozialistischer Depravierung verstanden werden könne, kam ihnen nicht in den Sinn. Komponist wie Werk markieren einen Grenzfall zwischen Anpassung und Widerstand, der die Auseinandersetzung lohnt, zeichnet sich »Peer Gynt« doch durch eine einzigartige Klangsprache aus. Durch die Verwendung verschiedener Musikstile und eine theatrale Verdichtung der Handlung ist es Egk gelungen, Ibsens Werk dramatisch und mitreißend für die Musiktheaterbühne zu adaptieren.

 

Weitere Informationen finden Sie in der Materialmappe: Peer Gynt Materialmappe

Presse

»Mit Peer Gynt hat das Braunschweiger Staatstheater ein weiteres bedeutendes Werk des Musiktheaters auf die Bühne gebracht, das nahezu vergessen ist [...]. Diesen bunten Bilderbogen hat Hilsdorf ideenreich mit exzellenter Personenführung auf die Bühne gebracht. Dass dies so erfolgreich war und immer spannend ablief, lag natürlich auch an dem ausgezeichneten Braunschweiger Ensemble, das nur durch einen Gast ergänzt wurde: Peer Gynt war Peter Bording, der gestalterisch rundum überzeugte [...]. Sein abgerundeter Bariton zeigte eine nicht häufig zu hörende Prägnanz und Klangfülle. [...] Christopher Hein hielt mit überaus präziser Zeichengebung den ganzen Apparat zusammen; dabei sorgte er für stetiges Vorwärtsdrängen der Musik, was dem turbulenten Treiben auf der Bühne dienlich war. Das Staatsorchester hatte einen guten Tag und beeindruckte besonders durch die fetzigen Zwischenspiele im zweiten Teil des Abends.« Opera Lounge

»Grandios gestaltet Peter Bording die Titelfigur. [...] Auch das Ensemble zeigt sich gut aufgelegt, allen voran Ekaterina Kudryavtseva mit strahlenden Spitzentönen als Solveig [...]. Christopher Hein am Pult des stilsicher aufspielenden Staatsorchesters zeigt viel Gespür für diese Mischung aus Anklängen und Zitaten, wahrt dem Werk aber den einheitlichen Atem [...]. Ein spannender Beitrag zur Repertoireerweiterung [...]. Langer Applaus und Bravos für alle.« Braunschweiger Zeitung


Wir empfehlen die Inszenierung für Besucher ab 16 Jahren.

Musikalische Leitung Christopher Hein
Bühne Dieter Richter
Kostüme Renate Schmitzer
Chor Georg Menskes
Dramaturgie Sarah Grahneis

Peer Gynt
Peter Bording
Solveig / 1. Vogel Ekaterina Kudryavtseva
Rothaarige / Tänzerin / 2. Vogel Moran Abouloff
Der Alte / Wirt / Ein alter Mann Arthur Shen
Ingrid / 3. Vogel Mirella Hagen
Aase Anne Schuldt
Vogt / 1. Kaufmann Michael Ha
Mads Matthias Stier
Präsident / Haegstadbauer Selçuk Hakan Tiraşoğlu
Ein Unbekannter Rossen Krastev
2. Kaufmann Oleksandr Pushniak

sowie
Chor des Staatstheaters Braunschweig, Staatsorchester Braunschweig

 

 

Gefördert von:

Wiederaufnahme am 27.09.2015

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