Effi Briest

nach dem Roman von Theodor Fontane
in einer Fassung für das Staatstheater Braunschweig

Effi Briest ist 17 Jahre alt, als sie auf Anraten ihrer Eltern den doppelt so alten Baron von Instetten heiratet. Die Ehe verspricht ihr eine gute gesellschaftliche Stellung, denn Instetten ist ehrgeizig und wird es noch weit bringen. Effi ist zuversichtlich.

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In Kessin, wo Instetten als Landrat tätig ist, sieht das anders aus. Instetten – an seiner Karriere arbeitend – lässt Effi oft allein. Sie ängstigt sich, bezeichnet das eigene Haus als Spukhaus und langweilt sich zunehmend. Die Bewohner und ihr Leben im Badeort können ihrer Lust nach Freiheit und Abenteuer nur wenig entgegenhalten. Auch die Geburt ihrer Tochter Anni ändert an dieser Situation nichts. Ebenso ist die Liebesbeziehung zu dem leichtlebigeren aber verheirateten Major von Crampas nur eine Abwechslung. Als Instetten befördert wird, zieht die kleine Familie nach Berlin. Hier sollen glücklichere Tage anbrechen und sich das Leben mehr nach Effis Vorstellungen entwickeln. Da aber findet Instetten Liebesbriefe von Crampas an Effi. Auch wenn die Affäre inzwischen mehr als sechs Jahre zurückliegt, fordert er Crampas zum Duell und verstößt seine Frau. Dass er damit nicht nur das Leben von Effi zerstört, sondern auch sein eigenes ist ihm durchaus bewusst. Aber die gesellschaftlichen Verhältnisse verlangen dieses Handeln von ihm.
Effi kann dieser Gesellschaft der Tugenden, Normen und Konventionen, in der das Individuum zugunsten der öffentlichen Meinung geopfert wird, nur mit Abscheu begegnen.

Theodor Fontanes 1894/1895 entstandener Text ist ein erster Vertreter des deutschen gesellschaftskritischen Romans. Die Themen und Fragen nach einer frei und selbstgestalteten Zukunft, dem richtigen Leben und dem »tyrannisierenden Gesellschafts-Etwas« sind dabei verblüffend gegenwärtig.

Presse

»Regisseurin Schirin Khodadadian zeigt in Braunschweig eine atemberaubende, quicklebendige, hochintelligente, ausgelassene, ernste und ungemein berührende Version von Theodor Fontanes Roman ›Effi Briest‹. [...] Schirin Khodadadian inszeniert die Tragödie mit Leichtigkeit und Eleganz. [...] Und dann diese Effi: Pauline Kästner spielt gleichzeitig ausgelassenes Mädchen und Grande Dame, gekonnt tariert sie Angst und Wurschtigkeit aus. Sie ist das quirlige Zentrum der Inszenierung und doch auch diejenige, die die ernste Frage nach dem richtigen Leben stellt. Die Inszenierung, die fast zweieinhalb Stunden dauert (sich aber überhaupt nicht so anfühlt) bringt Fontanes Roman aus dem Jahr 1804 ohne sichtbare Anstrengung ins Heute. Verblüffend ist, mit welcher Leichtigkeit der Regisseurin das gelingt.« Hannoversche Allgemeine Zeitung

Inszenierung Schirin Khodadadian
Bühne Gabriela Neubauer
Kostüme Ulrike Obermüller
Musik Johannes Winde
Dramaturgie Katrin Breschke

Briest, der Vater
Moritz Dürr
Luise Briest, Effis Mutter Birte Leest
Effi Briest Pauline Kästner
Baron Geert von Instetten Götz van Ooyen
Major von Crampas Tobias Beyer
Alonzo Gieshübler, ein Apoheker Mattias Schamberger
Johanna, Bedienstete im Hause Instetten Lisa Schwindling
Roswitha, Amme von Lütt Annie Martina Struppek

In Kooperation mit:

Wiederaufnahme am 11.09.2016

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