8. Sinfoniekonzert

»Engelskonzert«

Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73
Paul Hindemith Sinfonie »Mathis der Maler«
Solist Bernd Glemser
Musikalische Leitung Gerd Schaller

Bevor sich Ludwig van Beethoven der Gattung der Sinfonie widmete, eroberte er als blendender Klaviervirtuose die Stadt Wien wie im Sturm. Fünf Solokonzerte sollte er zwischen 1793 und 1809 schreiben, letzteres in Es-Dur gelangte am 28. November 1811 in Leipzig zur Uraufführung und zeigte sich seinem musikalischen Duktus nach von welthistorischen Ereignissen geprägt: Von der Zeit der »Französischen Revolution« und der Befreiungskriege gegen Napoleon Bonaparte. Schon seit den frühen 1790er Jahren schwärmte Beethoven von dieser Revolution, deren Ideale »Liberté – Égalité – Fraternité« er durch Napoleon verkörpert sah. Doch als dieser die Kaiserkrone usurpierte, Europa mit Krieg überzog und Wien besetzte, wandelte sich Beethoven zu dessen schärfstem Kritiker. So hat der Komponist das 5. Klavierkonzert mit seinem z. T. militärischen Duktus auch nicht etwa – wie lange Zeit fälschlich vermutet – zu Ehren Napoleons komponiert. Vielmehr spiegeln sich im klanglichen Reichtum der Musik patriotische Gefühle und ein Optimismus, als wollte Beethoven den Sieg über den verhassten Napoleon bereits voraus nehmen.

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»Alte Volkslieder, Streitgesänge aus der Reformationszeit und der Gregorianische Choral bilden den nährenden Boden für die Musik«, schrieb Paul Hindemith über sein Werk »Mathis der Maler«, das zunächst im Februar 1934 als dreisätzige Sinfonie und zwei Jahre später als Oper zur Uraufführung gelangte. Im Mittelpunkt beider Kompositionen steht der Renaissancekünstler Matthias Grünewald, der Erbauer des berühmten Isenheimer Altares: Mathis erachtet seine Kunst in den Zeiten der Bauernkriege als nebensächlich und ergreift Partei für die kämpfenden Bauern. Doch von diesen und von der Politik bitter enttäuscht, träumt er sich zurück in eine Vision vom Künstlertum als göttlichen Auftrag. Hindemith sah im Schicksal des Malers Parallelen zu seiner eigenen Situation in Deutschland nach 1933. Die Nazis machten ihm das Leben schwer, aus allen Ämtern, die er inne hatte, wurde er entlassen. Nichtsdestotrotz – oder vielleicht gerade deshalb – wurde die Uraufführung der Sinfonie »Mathis der Maler« mit den Berliner Philharmonikern am 12. März 1934 ein voller Erfolg und löste einhellige Begeisterung beim Publikum aus. Alle drei sinfonischen Sätze fanden auch später, wenngleich in anderer Reihenfolge, Eingang in die Oper.


Während der Sinfoniekonzerte an Sonntagen bieten wir eine Kinderbetreuung für Kinder ab 3 Jahren an.