15.01.2018

Lob für das Staatstheater Braunschweig in der überregionalen Presse

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung resümiert in ihrer Kritik zu »La porta della legge / Die sieben Todsünden«: 

»Aniara Amos denkt gar nicht daran, sich auf eine Bürokratie-Satire einzulassen. Und auch eine theologische Diskussion von Kafkas Erzählung – die Übertretung des Gesetzes als Erfüllung menschlicher Bestimmung – interessiert sie eher im biologischen Sinn. Wie sie das in Braunschweig durchführt, das hat Zauber, Anmut, Witz. Denn der Mann in seinem Nackedei-Overall – Maximilian Krummen kann das ohne Sorge tragen – ist im Schritt ein Mann ohne Eigenschaften, also ohne primäre Geschlechtsmerkmale. Nur in seiner Phantasie – umgesetzt durch die heiteren Video-Animationen von Thomas Zipf – macht er seine Mannwerdung durch. [...] Die Baritone Ernesto Morillo und Maximilian Krummen, auch Iván López Reynoso als Countertenor (der im Anschluss mit erstaunlicher Eleganz »Die sieben Todsünden« von Kurt Weill dirigiert) bewegen sich durch Sciarrinos Rezitative, als sei das ihre musikalische Muttersprache.

Dagmar Schlingmann ist im Sommer 2017 als neue Intendantin aus Saarbrücken ans Staatstheater Braunschweig gekommen und hat Isabel Ostermann von der Berliner Staatsoper als Operndirektorin engagiert. Seitdem pflegen die beiden in Braunschweig zwischen Verdi, Mozart und Humperdinck ein Repertoire, wie es eigentlich Metropolen gut anstehen würde: »Rivale« von Lucia Ronchetti, als Uraufführung koproduziert mit Berlin, und »Europeras« von John Cage gab es schon, Karlheinz Stockhausens »Originale« werden in dieser Spielzeit noch folgen.«



In der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift »Theater der Zeit« ist ein Bericht zum Start der Intendanz von Dagmar Schlingmann erschienen. In dem vierseitigen Artikel von Gunnar Decker heißt es u.a.:

»Am Staatstheater Braunschweig gelingt der neuen Intendantin Dagmar Schlingmann ein vielversprechender Auftakt [...] Shaw nannte sein Stück eine »zornige Komödie«, bei Schlingmann wird daraus ein groteskes Tableau. Und das auf großartige Weise! […] Lauter starke Schauspieler, fähig, jeden Anflug von Naturalismus ins Absurde zu verwandeln, kommen hier zusammen. […] Lauter echte Typen, keine Musterschüler!«

Den vollständigen Artikel »Zeiten des Übergangs« lesen Sie als Abonnent auch auf www.theaterderzeit.de




Reinald Hanke berichtet im Konzert- und Opernmagazin »Concerti«:

»[Dagmar Schlingmanns] erste Musiktheaterspielzeit ist bislang auf bemerkenswerte Weise gelungen. Die neue Generalintendantin und ihre Opernchefin Isabel Ostermann sowie Chefdirigent Srba Dinić haben nach der ambitionierten und fast rundweg gelungenen Produktion von Verdis »Don Carlo«, einer handwerklich sehr gut gearbeiteten und dabei publikumsfreundlichen Inszenierung von Humperdincks »Hänsel und Gretel« und einer kleinen, aber beachtlich profiliert gestalteten Produktion des neuen Stückes von Lucia Ronchetti, »Rivale«, nun eines der umstrittensten Musiktheaterwerke der neueren Geschichte ins Programm genommen: John Cages »Europeras I und II«, ein Stück, das die Geschichte der Oper zum Teil einer grenzsprengenden Performance macht, die alle Gattungen und alle Kunstbegriffe in Frage stellt. Betrachtet man die Premieren der letzten Zeit und die weiteren Planungen für diese Saison meldet sich dieses Haus hiermit wieder zurück in den Kreis der ernst zu nehmenden Musiktheaterbühnen Deutschlands. Man darf gespannt sein auf den weiteren Verlauf der Spielzeit.« 

Die vollständige Kritik lesen Sie auf www.concerti.de




Das Cover der aktuellen Ausgabe der Opernwelt ziert ein Inszenierungsfoto unserer »Europeras 1&2«. Im Heft ist außerdem die Kritik von Rainer Wagner zu lesen: 

»Cage hat ein großes Opernpuzzle konzipiert, eine Collage, die vom Computer immer wieder neu zusammengestellt wird. 200 Jahre habe Europa der Welt die Oper gegeben, jetzt gebe er sie zurück – und zwar (fast) alle auf einmal. [...] In Braunschweig blieb man der Grundidee treu. Regisseurin (und Operndirektorin) Isabel Ostermann und ihre Ausstatterin Corinna Gassauer haben den hauseigenen Fundus genauso beherzt geplündert wie John Cage die Noten- und Textarchive der Operngeschichte.«

Mehr zum Thema lesen Sie auf www.opernwelt.de




Im französischen Musikmagazin »Anaclase« ist jüngst eine Kritik zu »Europeras 1 & 2« von John Cage erschienen:

»Auf das belebende Betreiben von seiner neuen Operndirektorin Isabel Ostermann, die »Europeras 1 & 2« inszeniert hat, zeichnet sich das Staatstheater Braunschweig durch den begrüßenswerten Mut aus, eines der kontroversesten Werke der jüngeren Musikgeschichte auf die Bühne zu bringen.
Die wichtigste Tugend dieses USOs (Unidentifiziertes Singendes Objekt) besteht darin, ein ganzes Referenzsystem in uns aufzuwühlen. Da trägt Carmen einen Zebra-Kopf, dort schweift die Königin der Nacht mit Jochanaans Haupt in einem Kinderwagen über die Bühne. Viele andere lustige Situationen kommen vor, wobei es sich hier nicht wirklich um Unterhaltung handelt: Es geht eher um die Distanzierung zu den eigenen Gewohnheiten beim Opernpublikum. Nach der sehr schönen Inszenierung von Lucia Ronchettis »Rivale« steht »Europeras 1 & 2« eindeutig  für eine erfrischende Radikalität!«

Die vollständige Kritik (auf Französisch) lesen Sie unter www.anaclase.com

14.01.2018

Über 4000 Euro für ein Schulprojekt in Guinea Bissau gesammelt

Das Gastspiel »Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner«, das in Kooperation zwischen der Stadt Braunschweig und dem Staatstheater am Samstag, 13. Januar vor ausverkauften Rängen stattfand, erzielte bei einem Spendenaufruf im Anschluss an das Gastspiel 4.243,04 Euro für ein Schulprojekt in Guinea Bissau.

Das Theater-Ensemble der lausundproductions, um die Schauspieler Bjarne Mädel, u.a. bekannt als »Tatortreiniger«, Iris Böhm und Max Landgrebe sind glücklich über die großzügige Spende des Braunschweiger Publikums. lausundproductions war für die Inszenierung auf der Suche nach einem direkt wirksamen Spendenprojekt im Bildungsbereich. Seit 2009 wird das Schulprojekt unterstützt. Nach etwa 100 Vorstellungen sind mehr als 100.000 Euro an Spendengeldern zusammen gekommen. 

Das Spendenprojekt wird von der Deutsch-Guineischen Gesellschaft verantwortet, besteht seit dem Jahr 2002 und seit 2004 wird an dem Schulprojekt gebaut. Gegründet wurde es von einem Kreis um den Kölner Musiker Carlos Robalo, der aus Guinea Bissau stammt und der die im Bürgerkrieg zerstörte Schule wieder aufbauen wollte. Sein Vater, Victor Robalo kümmert sich vor Ort um die direkte Verwendung der Spendengelder. 

Unter der künstlerischen Leitung der Regisseurin Ingrid Lausund proben in »Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner« fünf Personen eine Wohltätigkeitsveranstaltung für eine Schule in Afrika. In ihren Reden und Wirkungsanalysen des Gesagten verheddern sie sich haltlos in ihrem Anspruch politischer Korrektheit, in Pauschalisierungen und Vorurteilen. Ein Abend über falsche Betroffenheit, echte Betroffenheit und inszenierte Betroffenheit.

Das Theaterstück wurde als Kooperation zwischen der Stadt Braunschweig und dem Staatstheater Braunschweig präsentiert. Die Stadt Braunschweig nahm mit der Aufführung noch einmal abschließend Bezug zum Reformationsjubiläum 2017 und beendet mit diesem Beitrag das vielseitige Veranstaltungsprogramm.

10.01.2018

22:8 – Halbzeit! Die erste Halbzeit der neuen Intendanz im Gespräch

Rück- und Ausblick nach mehr als 22 Premieren und 8 Konzerten 

Sechs Monate Neuland. Neustart mit Schauspielern, Sängern und Tänzern. Neue Regisseure und Choreografen. Neue musikalische Leitung. Neue Stücke. Zur Halbzeit wollen wir mit Ihnen diskutieren. Auf der Bühne sitzen Kritiker, Theaterfreunde und Theatermacher. Es fehlen nur noch Sie – wie hat es Ihnen mit uns gefallen?

mit Dagmar Schlingmann (Generalintendantin, Staatstheater Braunschweig), Stefan Mehrens (Verwaltungsdirektor, Staatstheater Braunschweig), Martin Jasper (Kulturredakteur, Braunschweiger Zeitung), Beate Kirchner (1. Vorsitzende der StaatstheaterFreunde) sowie dem gesamten künstlerischen Team und Ensemble, Moderation: Jan Fischer (nachtkritik.de)

Termin:
Donnerstag, 25.01.2018, 19:30 Uhr, Kleines Haus
Eintritt frei, Zählkarten erhalten Sie an der Theaterkasse

27.12.2017

RegiehospitantInnen in der Oper gesucht!

Opernfans sind gefragt: Für die nächsten Musiktheater-Premieren »La clemenza di Tito« und »Elektra« suchen wir noch nach begeisterten RegiehospitantInnen, die Noten lesen können. Wenn ihr Lust habt, eine Produktion vom ersten Probentag bis zur Premiere zu begleiten, hinter die Kulissen zu blicken und Teil der »Theaterfamilie« zu werden, meldet euch gerne unter mariongruenewald@staatstheater-braunschweig.de.

Mitbringen müsst ihr vor allem Zeit: für »La clemenza di Tito« vom 15.01.18 bis zur Premiere am 17.02.18, für »Elektra« vom 05.02.18 bis zum 16.03.18, jeweils zu den Probenzeiten zwischen 10:00-14:00 und 18:00-22:00 Uhr.

Wir freuen uns auf euch!

 

22.12.2017

Erste Vorbereitungen zu den Thementagen »Escape to Life« gestartet

Die Thementage »Escape to Life« wollen mit Theater-Produktionen aus unserem Haus, Gastspielen, Vorträgen, Lesungen und Diskussionen die Schicksale deutscher Exilanten für die Gegenwart wieder entdecken – und in Bezug setzen zu den Menschen, die heute, fast achtzig Jahre später, ihr Exil in Europa suchen. Für die Dauer der Thementage soll das Kleine Haus des Staatstheater Braunschweig zu einem Ort der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und der europäischen Gegenwart werden – und zu einem Treffpunkt für Exilanten aus aller Welt. 

Zwei große Theaterproduktionen sollen die vielfältige Dimension der Exil-Problematik auf der Bühne spiegeln. Mit »Transit« kommt im Großen Haus Anna Seghers berühmter Exil-Roman zur Premiere, der die Geschichte eines vor den Nazis nach Frankreich geflüchteten, entwurzelten Deutschen erzählt, der seine Identität erst im Bekenntnis zum Bleiben und zum Widerstand gegen die NS-Gewaltherrschaft findet. Mit »Le Havre« zeigen wir die Bühnenadaption des gefeierten Films von Aki Kaurismäki, der in einem modernen europäischen Märchen die Geschichte eines Schuhputzers erzählt, der trotz seiner eigenen Armut die Kraft findet, einem Flüchtlingsjungen zu helfen.

Mit dem von Hannah Hurtzig und der Mobilen Akademie realisierten »Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen« schlagen wir den Bogen in die Gegenwart: 60 ExpertInnen aus Braunschweig und Umgebung diskutieren einen Themenschwerpunkt, der in einem engen Zusammenhang mit dem Festival steht.

Das Bühnenprogramm soll flankiert werden durch ein hochkarätiges Vortragsprogramm, das das Schicksal heutiger Exilanten in Europa mit der Geschichte der in den dreißiger und vierziger Jahren geflüchteten Europäer verbindet. Dafür haben wir nationale und internationale ReferentInnen angefragt, die das Thema Flucht und Emigration aus verschiedenen Perspektiven untersuchen sollen. Auch Kooperationen, zum Beispiel mit der Gesellschaft für Exilforschung, sind angedacht. Gemeinsam mit den ExpertInnen des Schwarzmarkts soll so eine bundesweit einzigartige Wissens-Plattform in Braunschweig entstehen, die das Thema in seltener Vielfalt und Komplexität auslotet. Wir planen 15-20 Veranstaltungen während des Festivals und wollen die wichtigsten inhaltlichen Schwerpunkte in einer Publikation bündeln, die unsere Arbeit auch über die konkrete Veranstaltung hinaus rezipierbar und verfügbar machen soll.


»The Present in Concert!« im Rahmen von Escape to LIFE

Für das transkulturelle Begegnungskonzert »The Present in Concert!« hat das Staatstheater Braunschweig den syrischen Komponisten Rami Chahin eingeladen, ein Werk für MusikerInnen des Staatsorchesters und für geflüchtete KünstlerInnen aus dem Netzwerk des Welcome Board zu komponieren. Ein inklusives Format über Sprachgrenzen hinweg, das der Verständigung Raum und Zeit gibt und wundervolle Musik entstehen lässt.

Sounds klingen anders und doch vertraut und lassen unser globalisiertes Herz höher hüpfen. Ein Ineinanderfließen von Klängen, Melodien und Rhythmen. Wir begrüßen sehr herzlich: The Present in Concert!

Das Welcome Board ist eine gemeinsame Initiative zur Unterstützung geflüchteter und immigrierter Musikschaffender von der Musikland Niedersachsen gGmbH und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

19.12.2017

Neue Partnerschaft mit dem Gymnasium »Kleine Burg« im Rahmen von Theater.Fieber+

Seit August 2010 leistet das Kooperationsprojekt »Theater.Fieber« einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung und ästhetischen Erziehung. 44 Schulen mit über 20.000 Schülern sind beteiligt. »Theater.Fieber« zeigt, wie Theater und Schule durch Partnerschaft junge Menschen nachhaltig für die darstellenden Künste begeistern können und eröffnen ihnen neue Perspektiven zum kulturellen Leben. Wir freuen uns, mit dem Gymnasium »Kleine Burg« eine neue Partnerschaft mit 945 SchülerInnen und 89 Lehrenden gewonnen zu haben! 

Auf dem Bild zu sehen sind: Dr. Ingo Stübig, Schulleiter »Kleine Burg«, Dagmar Schlingmann, Generalintendantin Staatstheater Braunschweig, Jörg Wesemüller, Leiter Junges Staatstheater, und Iris Kleinschmidt, Vermittlung Musiktheater.

Theater.Fieber+
»Theater.Fieber« ermöglicht es jedem/jeder SchülerIn, über drei Jahre die Bandbreite der künstlerischen Arbeit des Staatstheaters zu erleben sowie in einem extra für SchülerInnen organisierten »Tag der offenen Tür«, das Theater als Unternehmen und potenziellen Arbeitgeber kennenzulernen. Das Projekt wird durch die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und die Baugenossenschaft ›Wiederaufbau‹ unterstützt. Dies ermöglicht die Kostenübernahme des Theaterbesuchs für sozial benachteiligte SchülerInnen und sichert entsprechend der Forderung der Enquete-Kommission des deutschen Bundestages zum Thema »Kultur in Deutschland« das Recht eines jeden Heranwachsenden auf  einen offenen Zugang zu Kunst und Kultur. 

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