Rivale | Amira Elmadfa ©thomas m. jauk
 
Musiktheater

Rivale

 
Weitere Termine
Dienstag, 26.06.2018
20:00 Uhr, Kleines Haus
Mittwoch, 27.06.2018
20:00 Uhr, Kleines Haus

Kammeroper für Frauenstimme, Solo-Viola, Blechbläserensemble und metallisches Schlagwerkensemble
Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden unter Beteiligung des Staatstheaters Braunschweig 
Musik von Lucia Ronchetti
Text von Lucia Ronchetti nach Antoine Danchets »Tancrède«
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Ausgehend von dem Libretto zu André Campras Oper »Tancrède« erzählt Lucia Ronchetti die »Selva di Saron«-Episode aus Torquato Tassos »Gerusalemme liberata« aus Sicht der muslimischen Kriegerin Clorinda. In »inneren Szenen« reflektiert der monologische Text die Erinnerungen, Gedanken und Emotionen dieser Frau, die sich in ihren Feind, den christlichen König Tankred, verliebt und später von ihm tödlich verwundet wird. Hierbei scheint sich Clorinda immer tiefer in ihren Vorstellungen und Fantasien zu verlieren, die ihren Höhepunkt in Beschreibungen des labyrinthischen »Zauberwalds« erreichen. Musikalisch wird das barocke Stilmittel der tonmalerischen Naturbeschreibung aufgegriffen und in eine zeitgenössische Tonsprache übersetzt.

Aufführungsdauer ca. 1 Stunde, keine Pause

 

Pressestimmen

»Militärisch-metallische Fanfaren sowie musikalische Zitate vom mittelalterlichen Kirchenmusiker Perotin über jazzig-verträumte Klänge bis hin zu Led Zeppelin erwecken die unterschiedlichen Orte zum Leben. Und wenn dann die Musiker der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Max Renne noch in ihre Instrumente hineinsingen, scheint eine Vielzahl von Stimmen von überall her zu kommen. Amira Elmadfa zeigt die Zerrissenheit der Clorinda auf bewegende Weise: Mal flüstert sie, um gleich darauf in triumphalen Gesang auszubrechen, dann wieder steigert sie sich von unartikulierten Lauten zu rhythmischem Sprechgesang. Mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik durchlebt die Mezzosopranistin alle Stimmungen zwischen kindlicher Freude und Todessehnsucht.«

»In dem Widerspiel antagonistischer Kräfte, wie Mann und Frau, Krieg und Liebe, Orient und Okzident geht es hier nicht um einseitige Lösungen. Weder Komponistin noch Regisseurin bieten eine schlichte Übertragung dieses modellhaften Konflikts an, in dem viel mehr der Widerspruch selbst als existenzielle Erfahrung Gestalt gewinnt. Möglich wird dies durch die packende kompositorische Behandlung der Singstimme wie durch die großartige Protagonistin Amira Elmadfa. 
In dem Reflexionsprozess, durch den Lucia Ronchetti ihre Clorinde führt, wird eine Vielzahl von Tonfällen angeschlagen. Nie hat man dabei das Gefühl, Klischees ausgeliefert zu sein. So fügt sich das fast kindliche Skandieren zum Belcanto-Bogen, der Ausbruch tremolierender Hysterie zum strömenden Atem konzentrierter Innerlichkeit.
Dass dies gelingt, verdankt sich der meisterhaften Ökonomie der künstlerischen Mittel, über welche die im Musiktheater sehr erfolgreiche Komponistin mittlerweile verfügt. Es verdankt sich auch der umwerfenden Natürlichkeit, mit der Amira Elmadfa ihre Partie gestaltet, anrührend ohne jede Sentimentalität, ernst und intensiv. Max Renne leitet das Ensemble mit eindringlicher Genauigkeit. Ein eigenwilliger Abend, der den Besuch lohnt.«

»Das war wirklich eine Wucht, was man da im Kleinen Haus des Staatstheaters erleben durfte! Wann kann schon mal ein zeitgenössisches Werk einen so in Bann schlagen, dass man von der ersten Sekunde an von der enorm intensiven Darbietung einer einzelnen Sängerin mit einem kleinen Instrumentalensemble derart gefesselt ist, dass die Stunde wie im Fluge vergeht. 
Wie nun die junge Sängerin mit ihrer ungemein ausdrucksstarken Stimme umging, das hatte ganz hohes Niveau: Da gab es Geräusche und aberwitzige Intervallsprünge über herausgeschleuderte Spitzentöne bis zu wunderschön ausgesungenen Kantilenen, wobei das zum Abschluss a capella gesungene, zarte arabische Liebeslied besonders berührte. Im Übrigen fesselte sie durch ihre darstellerische Kraft, wenn ihren Gesichtszügen stets der jeweilige Gemütszustand abzulesen war, wozu auch zur Spannungsentlastung mädchenhaft albernes Grimassieren gehörte. [...] Nach einer längeren Atempause gab es im gut gefüllten Haus begeisterten Applaus, in den auch die anwesende Komponistin mit einbezogen wurde.«

Besetzung
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