Traumnovelle | ©Joseph Ruben
 
Schauspiel

Traumnovelle

 
Termine
Sonntag, 24.03.2019
19:30 Uhr, Aquarium
Einführung 19:00 Uhr
Sonntag, 24.03.2019
20:45 Uhr, Aquarium
Einführung 20:15 Uhr

Arthur Schnitzler

 

Welche uneingelösten Begierden und Fantasien lauern verdrängt unter unserer kultivierten Oberfläche? Welche Sehnsüchte schlummern jenseits unserer rationalen Vernunftswelt? Ist es möglich, sein Gegenüber wirklich zu kennen, in einen Menschen hineinzusehen? Arthur Schnitzlers »Traumnovelle« hinterfragte schon vor über 90 Jahren den schönen Schein der bürgerlichen Welt. Die junge Regisseurin Rieke Süßkow wird Schnitzlers Text in einen Raum verwandeln, der jeden, der eintritt, auf sich selbst zurückwirft.

Aufführungsdauer: ca. 65 Minuten, keine Pause

Hinweis: 

Die »Traumnovelle« wird in einer außergewöhnlichen Rauminstallation gezeigt, die eine besonders intensive Theatererfahrung ermöglicht. Für Menschen mit einer Neigung zur Klaustrophobie oder mit Rückenproblemen könnte die Zuschauer-Situation allerdings ungeeignet sein. Erkundigen Sie sich für weitere Informationen gerne vorab an unserer Theaterkasse. 

 

 

 

Pressestimmen

»Wir finden uns in einem aufwendig gezimmerten Peepshow-Ambiente. Jeder Besucher hat eine eigene Kabine für sich. In dem Fenster ins Innere sieht man zunächst nur: sich selbst. Wie in einem Zerrspiegel. Da bist du schon im Spiel, bevor es überhaupt losgeht.
Und wenn im rotlila glitzernden Innenraum das Licht angeht, ist das wie eine kalte Dusche für den Voyeur in uns allen: Hier ereignet sich das Gegenteil einer Peepshow: Statt einer entblößt sich räkelnden Frau drei Figuren reglos, wie eine bizarre Skulptur. Alle mit blauen Anzügen, alle mit identischen Masken: Mädchen mit weit aufgerissenen Manga-Augen und zerzaustem Blondschopf. Während des gesamten Dramas wird man nicht wissen, welche Schauspieler sich dahinter verbergen. Ganz allmählich kommt Leben ins Bild. Man ahnt, dass dort ein Ehepaar einen öden Abend verbringt. Eine Figur rührt in einer Tasse, eine andere blättert langsam Seiten einer Zeitschrift um. Klirrend laut werden die Geräusche in die Kabinen übertragen. Dann ein einziger Satz: "Es ist Zeit, schlafen zu gehen." Dann wieder Dunkel, das verzerrte Spiegelbild.
Das hat zunächst etwas gespenstisch Entfremdetes, ein Maskenspiel der Ereignis- und Beziehungslosigkeit. So entwickelt sich das Stück weiter. Die traumhaften, makabren, erotischen Wirrungen, diese immer wieder abgebrochenen Abenteuer einer fantastischen Nacht werden in den immer gleichen Masken und Ganzkörperkostümen mehr oder minder pantomimisch angedeutet, zumeist gedehnt, oft zeitlupenartig. [...] Die Masken bieten den größtmöglichen Kontrast zum Innenleben der Figuren. Man kommt nicht ran, man kommt nicht rein. Kein bisschen. Das ist, wenn man so will, die radikalste Verweigerung, verstehen zu wollen, was sich überhaupt abspielt zwischen Menschen.«

Besetzung
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