©THOMAS.M.JAUK
 
Staatsorchester

1. Sinfoniekonzert

 
Gewählter Termin close

Sonntag, 23.09.2018 um 11:00 Uhr

Stadthalle

Einführung 10:15 Uhr

mit Kinderbetreuung (ab 3 Jahren), Anmeldung bis 21.09. an besucherservice@staatstheater-braunschweig.de

Aktuell keine Termine geplant.

Zyklus Tschaikowsky

 

Igor Strawinsky
»Pulcinella«

Peter I. Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64

Musikalische Leitung: Srba Dinić
SolistInnen: Carolin Löffler, Mezzosopran, Matthias Stier, Tenor, Jisang Ryu, Bass

»Weller für Okerwelle« – Orchesterdirektor Martin Weller im Interview zum 1. Sinfoniekonzert bei Radio Okerwelle ...

»Ich dachte, er muss verrückt geworden sein«, war Igor Strawinskys erste Reaktion, als Serge Diaghilew ihn 1919 bat, verschiedene Kompositionen Pergolesis zu einer Ballettmusik umzuarbeiten. Kein Wunder: Strawinsky galt als Avantgardist, der erst sieben Jahre zuvor der Musikwelt mit seinem »Sacre du printemps« den Skandal des Jahrhunderts beschert hatte. Und nun sollte er seine ambitionierte Zusammenarbeit mit den spartenübergreifend agierenden Ballets Russes durch eine Rückwärtswendung ins 18. Jahrhundert fortsetzen? Doch Diaghilew konnte überzeugen und Strawinsky war kurz darauf entflammt: »Ich schaute und verliebte mich.« In unerwartet liebevoller Hingabe begann der Bürgerschreck, die Tradition Pergolesis zu übermalen. Dabei ging er weit über das übliche Bearbeiten hinaus und erzählte den Schwank der Commedia-dell’arte-Figur Pulcinella in seiner ganz eigenen Musiksprache. Bereits bei der Uraufführung, für deren Ausstattung kein Geringerer als Pablo Picasso verantwortlich zeichnete, war das Ballett ein überragender Erfolg und wurde im Folgenden auch jenseits der Ballettbühne ein fester Bestandteil der Konzertliteratur.

Eine Wendung zwar nicht in die Vergangenheit, jedoch in die eigene biografische Situation ist Peter I. Tschaikowskys Sinfonie Nr. 5 in e-Moll. 1888 befand sich Tschaikowsky auf der Höhe seines Erfolges: Er brillierte als Dirigent und wurde als Komponist gefeiert. Dennoch plagten den steten Melancholiker Fragen und Zweifel am Sinn des Lebens. »Das Alter klopft an, vielleicht ist auch der Tod nicht fern. Lohnt sich denn dann alles noch?«, schrieb er in sein Tagebuch. Als musikalisches Ergebnis dieses Konfliktes zwischen äußerlichem Ruhm und innerer Depression ist Tschaikowskys fünfte Sinfonie zu sehen. Ähnlich wie die Vierte ist sie dem Schicksal gewidmet, klar erkennbar am sich durch alle vier Sätze ziehenden Schicksals-Motiv. Doch während sich dieses Schicksal nach außen hin strahlend und positiv präsentiert, grummelt es von Anfang an düster und verzweifelt im Inneren.

 

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