Tanztheater

Ballett des Teatro Guaíra

 
Gewählter Termin

Gastspiel

Freitag, 08.12.2017 um 20:00 Uhr

Kleines Haus

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Gastspiel
Choreografien von Christoph Winkler, Katja Wachter und Roberto Scafati

 

Die traditionsreiche Ballettkompanie des Teatro Guaíra aus Brasilien wird mit ihrem aktuellen dreiteiligen Tanzabend im Staatstheater zu Gast sein. Choreograf Christoph Winkler stellt in seinem Stück die Frage, wie Tänzer, die sich zunächst nicht kennen, überhaupt zu künstlerischen Ergebnissen kommen können. Katja Wachter befasst sich in ihrer Choreografie »I Share« mit den Herausforderungen der sozialen Netzwerke. Und Roberto Scafati begibt sich in seiner neuen Kreation auf die Suche nach dem, was eigentlich den menschlichen Charme ausmacht.

»lost my choreographer on the way to the dressing room«
Konzept: Christoph Winkler
Choreografie unter Mitwirkung der Tänzer
Das Verhältnis zwischen Choreograf und Tänzer hat sich in den letzten Jahren merklich geändert. Formen des mitbestimmenden Arbeitens und eine allgemeine Emanzipation der Tänzer sind Teile im täglichen Leben des Zeitgenössischen Tanzes geworden. Beide Seiten haben verschiedenste Fragen: Wie organisiert man am besten den kreativen Prozess? Wie handhabe ich geteilte Urheberschaft und wie funktioniert artistischer Austausch am besten? Diese Fragen erlangen noch mehr Gewicht, wenn sich Tänzer und Choreograf noch nie begegnet sind und trotzdem erwartet wird, dass sie in kürzester Zeit Ergebnisse liefern.
Das Stück »lost my choreographer on the way to the dressing room« strebt danach genau diese besondere Situation als Beginn für choreografische Nachforschungen zu benutzen. Gemeinsam haben wir vier movement scores erarbeitet, die nun in die Eigenverantwortung der Tänzerinnen übergegangen sind. Jeder dieser Scores basiert auf ein paar wenigen Angaben wie dem Arbeiten mit micro movements, states, bounce oder flocking. Aufgabe der Tänzerinnen ist es nun, diese im Moment der Aufführung zu realisieren. So wird eine »vorübergehende Gemeinschaft« erschaffen, die versucht eine Antwort auf eine einfache Frage zu finden: Wie tanzen wir zusammen?

I share
Choreografie von Katja Wachter
Das Wort »teilen« hat eine neue Dimension gewonnen, ähnlich dessen hat das Wort »Freund« seine Bedeutung in der virtuellen Welt verloren. Wir sind auf dem Weg alles zu teilen: Daten, Musik, Filme, Autos, Nachrichten, Wohnungen, Gärten, Essen, Kleider, Ideen. Wir teilen uns selbst. Teilen wird weniger zu einem selbstlosen Akt und mehr zu einer narzisstischen, obligatorischen Angewohnheit, da Erfolg nun in »Klicks« und »Likes« und »Followers« bemessen wird. Wir sind damit beschäftigt, unendlich Eigenwerbung zu betreiben und teilen uns in zahlreiche Identitäten. Technische Geräte werden zu einem Spiegel, in welchem wir Bilder übertragen; es ermöglicht uns, uns selbst anzusehen und unser Spiegelbild zu bearbeiten, bis wir es als perfekt erachten. Der dauerhafte Drang, alles zu teilen, was uns gefällt, was wir erfahren, fühlen, denken scheint eine Verbindung zu der Welt herzustellen, in welcher wir ein Teil von allem und jedem sind. Aber opfern wir die Konversation für eine einfache Verbindung? Das Stück erkundet verschiedene Aspekte der heutigen, teilenden Individuen und deren Situation, unter konstantem Druck zu stehen. Sie müssen von so vielen wie möglich gehört und bemerkt werden. Ich teile, deshalb bin ich.

CHARME
Choreografie von Roberto Scafati
Spontane Anziehung ist ein Geschenk, welches man geben und erhalten kann. Nicht mehr als ein flüchtiger Blick, ein Lächeln oder einfach wissen, was andere brauchen – diese magische Gabe nennt sich CHARME. Eine Kraft, intelligent und emotional, welche Barrieren schon beim ersten oder zweiten Treffen durchbricht. Selbstbewusst, furchtlos und positiv sein, sind grundlegende Eigenschaften des CHARMEs – aber man kann nicht lernen, wenn man jemanden nicht die Chance gibt. Manchmal scheint es so, als ob nicht nur Menschen diese Magie hätten, sondern auch einfachste, unerklärliche Naturphänomene. Vielleicht gibt es einen speziellen CHARME unter Blumen und Steinen, Feuer und Wasser, Sonne und Eis…CHARME kann überall sein, sobald jemand bereit ist, ihn zu bergen und anzunehmen. Es ist eine Bewegung. Und eine Öffnung. Auf jeden Fall ein Anfang.

 

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