©Ramallah Aubrecht
 
Schauspiel

Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße

 
Gewählter Termin

Samstag, 19.05.2018
19:30 bis 22:50 Uhr

Kleines Haus

Einführung 19:00 Uhr

Aktuell keine Termine geplant.

Ein Schauspiel in vier Jahreszeiten
Peter Handke

 

Unsere Gegenwart flüchtend, nach Antworten suchend, harrt ein Fatalist am Rand der Landstraße aus. Dort ziehen wie im Rausch Gestalten vorbei: Fremde Schönheiten und Verlockungen, Wortführer und Häuptlinge – vermeintlich Unbekannte, die immer wieder die Welt verkörpern. Peter Handke verteidigt die uneindeutige Weite der Landstraße und die Poesie gegen das Geschwätz der Gegenwart.
Regisseur Philipp Preuss verbindet immer wieder Elemente von bildender Kunst und Theater zu Inszenierungen, die eine Einladung an die Phantasie des Zuschauers sind, diese Parallelwelten zu entdecken.
Mit diesem Schauspiel setzt das Staatstheater Braunschweig die Kooperation mit dem Lessingtheater Wolfenbüttel fort.

Begleitmaterial für Pädagogen erhalten Sie auf Anfrage beim Jungen Staatstheater unter theaterfieber@staatstheater-braunschweig.de

Aufführungsdauer ca. 3 Stunden und 20 Minuten inkl. Pause

 

 

Pressestimmen

Man muss [...] ein wenig Handke-Trivia in den Rucksack packen. Erstens, dass Peter Handke ein Spielkind ist, das Worte wie Legoklötzchen zu in den Himmel ragenden Turmbauten stapelt. Zweitens, dass Peter Handke ein großer Spaziergänger ist, kein Stadtflaneur, sondern einer, der regelmäßig die spanische Sierra de Gredos durchstreift, den Kosovo oder auch nur die Wälder in der Nähe seiner Wohngegend bei Chaville und während des Gehens die meisten seiner Texte – wie auch immer das funktionieren mag – schreibt. Und drittens, dass jeder Text von Peter Handke ein Ausflug in das Ego von Peter Handke ist. [...]
Selbstverständlich lässt sich »Die Unschuldigen... « so einfach nicht nacherzählen. Da ist einmal Handkes sperrige Sprache, oft ein Spiel mit Zitaten und Wendungen, die manchmal geradezu brachial bürgerlich als solche enttarnt werden. Da sind hunderterlei Ansätze zu Gesellschaftskritiken und endlose Meta-Schleifen: Text, der den Text kommentiert, Text, der die Bühne und die Ichs erst einmal entstehen lässt, die aber wiederum den Text sprechen, der wieder etwas anderes entstehen lässt. Sprechen als performativer Akt, aber immer auch als Schöpfungsakt, der sich seiner selbst als solcher bewusst ist – sonst könnte es ja kein Schöpfungsakt sein. [...] Preuss lässt in Braunschweig in seinem White Cube jedenfalls der Sprache viel Platz, und beschränkt sich auf einige wenige, aber dafür bald altvertraute Effekte, wie die Projektion, das sich drehende Auto oder die schwarze Flüssigkeit, mit der sich die Figuren übergießen. Und das lohnt sich: Auch, wenn die dreieinhalb Stunden durchaus eine anstrengende Marathonsitzung sind, die man sich zum vollen Verständnis sicherlich mehrmals antun müsste, macht es Spaß, den Darstellerinnen und Darstellern beim Monologisieren mit und über und von Handke über Handke zuzuschauen.

Die Uraufführung von »Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße« hatte kein Geringerer als Claus Peymann 2016 am Wiener Akademietheater inszeniert. Die nächste Aufführung danach sollte eigentlich in München herauskommen, kam aber nie zustande. Umso gespannter durfte man sein auf das, was Braunschweig mit diesem, wie immer bei diesem Autor, höchst poetischen, zugleich aber schwer zu fassenden Text anfangen würde. Zu berichten ist von einem Abend des bislang Ungesehenen, von einer Aufführung, die den Beweis liefert für die Kreativität und die Leistungsfähigkeit kleinerer Theater. Braunschweig hat sich getraut, die eigenen künstlerischen Grenzen auszutesten und diese dabei spielend verschoben. Sehr sehenswert. [...]

Im Mittelpunkt steht das dramatische Ich – gespielt von Felix Römer, dessen schauspielerische Kraft und Verwandlungsfähigkeit gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Aber auch seine Mitspieler, die Schauspieler Konstantin Bühler, Robert Prinzler, Saskia Petzold und Vanessa Czapla steigern sich immer mehr im Laufe des Abends in ihre Figurenfragmente hinein, über die man nur staunen kann.

Besetzung
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