Europeras 1&2 | ©thomas m. jauk
 
Musiktheater

Europeras 1 & 2

 
Weitere Termine
Freitag, 29.12.2017
19:30 Uhr, Großes Haus
Einführung 18:45 Uhr | anschließend Publikumsgespräch in der Hausbar
Samstag, 20.01.2018
19:30 Uhr, Großes Haus
Einführung 18:45 Uhr | anschließend Publikumsgespräch in der Hausbar
Samstag, 23.06.2018
19:30 Uhr, Großes Haus
Sonntag, 24.06.2018
19:30 Uhr, Großes Haus

von John Cage

 

»200 Jahre lang haben uns die Europäer ihre Opern geschickt. Nun schicke ich sie alle zurück.«. So kündigte Komponist John Cage seine »Europeras« an, deren Titel bereits auf zweierlei Weise klingt: »Your Operas« oder »Europe‘s Operas«. Mithilfe des I-Ging – eines chinesischen Orakels – werden alle Elemente, die wir klassischerweise mit einer Opernaufführung verbinden, neu angeordnet: Bühnenbild, Licht, Kostüme und sogar die SängerInnen mit berühmten Arien unseres Opernrepertoires folgen einem vor der Aufführung zufällig berechneten Parcours. So befragt Cage nicht nur unsere Rezeptionsgeschichte, sondern lässt immer wieder Momente entstehen, die scheinbar altbekannte Musik neu erfahrbar machen, ungewohnte Perspektiven auf die Form Oper erlauben und zuweilen überraschend erfrischend sind.

»4'33« wird vor jeder Vorstellung von unterschiedlichen KünstlerInnen dargeboten. 

Aufführungsdauer ca. 2 Stunden und 45 Minuten inkl. eine Pause

 

Pressestimmen

»Clustering Illusion nennt die Wissenschaft die menschliche Angewohnheit, in einer willkürlichen Ansammlung von Eindrücken Regelmäßigkeiten und Muster erkennen zu wollen; das Gehirn mag eben Ordnung. Und in »Europeras« funktioniert das hervorragend: Irgendwann ist man regelrecht darauf fixiert, Opernmelodien wiederzuerkennen und ihnen im Kontext der zufällig generierten Aufführungssituation eine neue Bedeutung zu geben. Don Giovanni singt ein Ständchen für Madame Butterfly – bestimmt hätte er sie damit rumgekriegt. Carmen krabbelt in die Mülltonne - ein starkes gesellschaftspolitisches Statement zur sozialen Ächtung von Minderheiten. Taminos »Bildnisarie« gesungen mit einem aufgesetzten Zebrakopf? Hat bestimmt was mit der Dualität des Lebens zu tun. [...] wer meint, sich bestens im Opernrepertoire auszukennen, schon alles gesehen hat und Gefallen daran findet, festgefahrene Vorstellungen von Operninszenierungen einmal kräftig durcheinanderwirbeln zu lassen, der sollte sich diese wirklich seltene Gelegenheit nicht entgehen lassen.«

»Zu sehen gibt es viel, zu hören auch. Bühnenarbeiter setzen andauernd neue Bühnenbildteile auf die 64 Spielfelder des Ji-Gong-Orakels, verschieben die einen, kassieren die anderen. Ein Pappmachée-Schaf ist dabei, ein Riesen-Strauß, ein Schiffssteuerrad, eine Telefonkabine, eine Gondel. Hänger zeigen Fotos alter Inszenierungen und Noten, Tempelteile zu „Aida“, Wieland Wagners weinenden Tristan-Phallus, die „Figaro“-Partitur. [...] Die Sänger stecken in typischen Opernkostümen wie Papagenos Vogelkleid, der Walküren Brünne mit geflügeltem Helm oder Cio-Cio Sans Kimono. Sie singen auch, aber meist gleichzeitig und jeder aus verschiedenen Opern, unabhängig vom Kostüm und ihrem Handeln. Eine tolle  Konzentrationsleistung. Denn im Graben  spielen Musiker ihrerseits nur Partiturfragmente, aber gänzlich andere und jeder verschiedene. Klingt gar nicht mal schlecht, gerade wenn man nicht versucht, hier ein Siegfried-Motiv und da einen Mozart-Lauf zu erkennen. [...] So hat Braunschweig jetzt einen werktreuen Klassiker der Moderne auf dem Spielplan, von den Sängern, Musikern, Schauspielern und Tänzern hochmotiviert umgesetzt. Viel Applaus.«

Besetzung
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