©BETTINA STOESS
 
Schauspiel

Lange Lesenacht »100 Jahre Novemberrevolution 1918«

 
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Sonntag, 04.11.2018
16:00 bis 23:00 Uhr

Kleines Haus

»zahl so viel Du willst«

 

Karl und Rosa
von Alfred Döblin
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Vom Herzogtum zum Freistaat – 1916–1923 Braunschweigs Weg in die Demokratie«


Im Mittelpunkt der Lesung steht der vierte Teil aus Alfred Döblins Jahrhundertroman »November 1918«. Erzählt wird darin die Geschichte von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, deren bedingungslose Hingabe an die Revolution sich an ihrer von Wahn und Abhängigkeit geprägten Beziehung reibt und die schließlich durch verbitterte Ex-Generäle brutal unterbunden wird: Die Leichen von Karl und Rosa werden im Januar 1919 gefunden und stehen für das Scheitern einer sozialistischen Utopie, deren Konsequenzen bis heute reichen.

Meisterhaft versteht es Döblin, subjektivistische Perspektiven aus Sicht der Protagonisten und dokumentarisch gesicherte Fakten über das Scheitern der Novemberrevolution  zu einem Soziogramm der deutschen Gesellschaft nach dem Ende des ersten Weltkrieges und vor  Beginn der Weimarer Republik  zu verdichten:  eine Zeit des Aufbruches, der Hoffnung, des Chaos und letztlich der Resignation.

Döblin schrieb »November 1918« in den Jahren 1937-1943 im französischen und amerikanischen Exil, doch nur der erste Band konnte 1939 erscheinen.  In der ersten Gesamtausgabe des Werkes von Alfred Döblin taucht der Roman nicht auf, erst 1978 erschien eine vollständige Edition.

»Gerade für das heutige Verständnis vom Ersten Weltkrieg als »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts liefert der Roman einen bedeutenden Einblick in die Mentalität der deutschen Besiegten. Heute weiß man, wie sehr die Niederlage den späteren Sieg Hitlers ermöglichte, Döblin sah die Zusammenhänge lange vor jeder historischen Analyse. Formal verbindet der Autor von »Berlin Alexanderplatz« die sozialkritische Psychologie eines Zola oder Dostojewski mit der modernen Erzähltechnik von James Joyce und John Dos Passos. In einem »filmischen Stil«, mit einer zupackenden, knappen, oft witzig-lakonischen Sprache führt Döblin seine Romanhelden durch das innere wie äußere Chaos der Zeit.« (Joachim Scholl, Deutschlandfunk Kultur, 2008) 

Es liest das gesamte Schauspielensemble des Staatstheaters Braunschweig
Einrichtung: Holger Schröder

Der Eintritt gestaltet sich nach dem Prinzip: »Zahl, was Du willst!«. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

 

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