Le Havre | ©Bettina Stoess
 
Schauspiel

Le Havre

 
Gewählter Termin

Premiere

Samstag, 20.01.2018
19:30 bis 21:00 Uhr

Kleines Haus

Einführung 19:00 Uhr | anschließend Premierenfeier

Aktuell keine Termine geplant.

Aki Kaurismäki
Uraufführung

 

Was wäre wenn? Wenn diese Welt eine bessere wäre? Im französischen Le Havre stranden Flüchtlinge aus Afrika, die eigentlich auf dem Weg nach England waren. Einer, ein Junge, läuft weg und trifft auf Menschen, die ihn erst verstecken und ihm dann weiterhelfen. Selber arm dran und vergessen von der Welt, halten diese Menschen zusammen und finden einen Weg in die Freiheit…
Aki Kaurismäkis politisches Märchen zeichnet eine anrührende Welt der Anständigen und Tapferen, die unbeirrt weiterkämpfen und sich über alle Alternativlosigkeiten hinwegsetzen.

Aufführungsdauer ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause

 

Pressestimmen

Schon Kaurismäkis Filmkosmos erhebt nicht den Anspruch, realistisch zu sein. Kulissenhaft, überinszeniert, stilisiert, tableauhaft - Attribute, die auch zur Braunschweiger Bühnenfassung passen. Die Inszenierung im Kleinen Haus des Staatstheaters besticht vor allem durch die Machart und ihren Look. Das besondere Bühnenbild, die Darstellung der Figuren und Handlungsorte: Regisseur Christoph Diem hat eine Bühnenatmosphäre geschaffen, die noch weniger Realismus verströmt als Kaurismäkis Film. [...] »Le Havre« in Braunschweig macht Spaß und überrascht. 

Es hat bei Diem rührende Momente, wenn plötzlich die Bäckersfrau (Saskia Petzold) ein sentimentales Chanson anstimmt, und alle spontan einstimmen. Und wenn das dann den liebeskummertrunkenen Rockstar (Luca Fürchtenkordt) dazu bewegt, seine Freundin wieder in die Arme zu schließen und für den Afrikanerjungen ein selbstironisch schmalziges Benefizkonzert zu geben. Und wenn am Ende der tote Baum plötzlich Blüten schlägt.
Konstantin Bühler gibt den Marx mit souveräner, ein wenig verschmitzter, vielleicht etwas zu vornehmer Unbeirrbarkeit. Gertrud Kohl ist als seine Frau Arletty zerbrechlich, tapfer und irgendwie unverwüstlich. Heiner Take gibt einen Kommissar wie aus dem Film Noir. Der junge Afrikaner (Noah Groß) brilliert auch lässig am Schlagzeug. [...] Begeisterter Beifall. 

Zwischen Bar und Lebensmittelhändler, Krankenhaus und Bäckerei lässt der Meister der leisen Zwischentöne sein liebevolles Porträt der kleinen Leute erblühen, das nun von Christoph Diem und Holger Schröder für die Bühne adaptiert und im Staatstheater Braunschweig (Kleines Haus) uraufgeführt wurde. [...] Das Braunschweiger Regieteam hat bizarre und überraschende Einfälle in den anderthalbstündigen Einakter gebaut. Mangels Umbaupausen schieben die Darsteller ihre benötigten Hintergrund-Requisiten auf die Bühne; die Bartrinker in der Hafenkneipe müssen ihren Tresen selbst in der Hand halten. All das nimmt die Angst vor dem Ernst des sperrigen Themas Flüchtlingskrise.
Mit dem jungen Noah Groß hat die Spielleitung ein vielversprechendes Talent entdeckt. Er leidet nicht devot unter seiner Stellung als Flüchtling, wenn Arletty etwa anordnet: »Stell den Jungen unter die Dusche und kauf’ ihm was zum Anziehen«, sondern nimmt im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Schicksal selbst in die Hand. Zum (überaschend glücklichen) Schluss sogar als Bühnen-Schlagzeuger. Im furiosen Finale glänzt Luca Fürchtenkordt, mit viel Beifall bedacht, sogar live als Rocksänger. Zum Schluss zehn Minuten Applaus, mangels Vorhang keine Vorhänge. 

Besetzung
keyboard_arrow_up

Die Veranstaltung wurde vorgemerkt

↦ Zu meinen gemerkten Veranstaltungen gehen
↦ Hinweis schließen