©Bettina Stoess
 
Staatsorchester

Memorial III

 
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Samstag, 10.11.2018 um 18:00 Uhr

Cederbaum

Aktuell keine Termine geplant.

Werke von Benjamin Britten, Dieter Salbert und Charles Ives
Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Braunschweig, der Stadt Braunschweig und der Kulturvermittlungseinrichtung Braunschweigische Landschaft e. V.

 

Erwin Schulhoff Suite für Kammerorchester op.21
Benjamin Britten »Lachrimae« op. 48a (1948, orch.1976)
Charles Ives »The unanswered question«
Dieter Salbert »Todesfuge« (nach dem Gedicht von Paul Celan)

Staatsorchester Braunschweig
Musikalische Leitung: Alexis Agrafiotis
Solistin: Sara Kim (Viola)
Solistin: Diana Dulska (Sopran)
Sprecher: Klaus Lemke

Projekt-Chor:
Chöre der Braunschweigischen Landschaft e.V.
Konzertchor Braunschweig
MKantat des Martino-Katharineums
Musikalische Leitung: Matthias Stanze

Genau 80 Jahre nach der Reichspogromnacht thematisiert das »Memorial III« die Bücherverbrennung und die Verfemung von SchriftstellerInnen. Es ist die Fortsetzung einer Reihe, die 2008 mit dem Konzert unter der Eisenbahnbrücke über die Bundestraße 1 begann und mit dem Erinnerungsprojekt an die zerstörte Braunschweiger Synagoge im Jahr 2013 ihre Weiterführung erfuhr.

Unter der musikalischen Leitung von Alexis Agrafiotis wird das Staatsorchester Braunschweig die Suite für Kammerorchester, op. 37, von Erwin Schulhoff, »Lachrymae – Reflections on a Song of Dowland« op. 48a von Benjamin Britten, »The unanswered question« von Charles Ives und »Todesfuge« nach dem gleichnamigen Gedicht von Paul Celan in der Vertonung des in Braunschweig unvergessenen Komponisten Dieter Salbert spielen. Das letztgenannte Werk kommt unter Einbindung des Projektchores aus Mitgliedern des Schulchores Mkantat und des Konzertchores Braunschweig unter der Leitung von Matthias Stanze zur Aufführung. Als Solistinnen und Solisten treten auf: Sara Kim (Viola), Diana Dulska (Sopran) und Klaus Lembke (Sprecher).

Für das Memorial wird die Maschinenhalle der Firma Cederbaum für diesen Abend als temporärer Konzertsaal genutzt. Die traditionsreiche Firma hat ihren Namen von dem aus einer Familie mit jüdischen Wurzeln stammenden Salomon Cederbaum, der sie in den Jahren 1947 bis 1967 zu einem über die Grenzen Braunschweigs expandierenden Unternehmen entwickelte. In der Halle, in der sonst Bücher geschreddert und gepresst werden, wird für das temporäre Memorial ein Auditorium zwischen Papierballen gestaltet, das auf die Zerstörung der Bücher während der Bücherverbrennung 1933 verweist: Das Papier als Kernmedium von Büchern und den in ihnen bewahrten Gedankenwelten, Partituren oder literarischen Werken, ist seiner Funktion beraubt, der Griff in die Lagen aus Papierfetzen macht das Zerstörungswerk fühlbar.

Durch das besondere Ambiente in der ungeheizten Maschinenhalle entsteht eine Atmosphäre, in der die Leiden, die Vertreibung und die existentielle Bedrohung der jüdischen Opfer wie auch die beabsichtigte Auslöschung ihrer Beiträge für Kunst und Kultur aus dem kollektiven Gedächtnis eindringlich erfahrbar werden.

Programmheft zum Download ... (PDF, 3,73 MB)

 

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