Spiel mir das Lied vom Tod | ©Joseph Ruben
 
Schauspiel

Spiel mir das Lied vom Tod

 
Gewählter Termin

Freitag, 22.12.2017
20:00 bis 21:15 Uhr

Aquarium

Einführung 19:30 Uhr

Weitere Termine
Freitag, 22.12.2017
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Donnerstag, 28.12.2017
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Donnerstag, 04.01.2018
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Freitag, 05.01.2018
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Freitag, 12.01.2018
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr | anschließend Publikumsgespräch

(Amerika-Trilogie Teil 1)
Klaus Gehre nach Sergio Leone
Uraufführung

 

Unaufhaltsam frisst sich die Eisenbahn durch die amerikanische Prärie Richtung Pazifik. In ihrem Gefolge bringt sie die Segnungen der Zivilisation und des amerikanischen Kapitalismus. Aber vorher werden noch schnell die letzten freien Parzellen nach dem alten Faustrecht verteilt.
Regisseur Klaus Gehre interessiert an Sergio Leones Epos, wie mit der Eisenbahn eine neue Welt der Empathie und der Deals die Wildnis erreicht, eben jene Welt, in der wir bis heute leben. »Spiel mir das Lied vom Tod« ist der Auftakt einer bildgewaltigen Amerika-Trilogie, in der die Ursprünge und die Entwicklung des amerikanischen Traums in ikonographischen Kino-Momenten gespiegelt werden.

Aufführungsdauer ca. 1 Stunde und 20 Minuten, keine Pause

 

Pressestimmen

»Klaus Gehre nutzt [die zwei Spielebenen des Aquariums ] handwerklich auf originelle Weise heimwerkerlich spielt der Regisseur Film und filmt das Spiel. Gehre gelingt es in seiner unterhaltsamen Parallelität aus puppig abgefilmten Bühnendetails und markigen Darstellern, den Fokus des poetisch-pathetischen Spätwesterns auf einen Epochenwechsel zu verschieben: Es war einmal im Westen, dass der Kapitalismus gegen allerlei destruktive Männerrituale seinen rationalen Siegeszug begann.
[…] Götz van Ooyen mit unrasiertem Vierkant-Kinn muss sich als Killer Frank in seinem kalten Zynismus nicht hinter Henry Fonda verstecken. […] Yevgenia Korolov gibt eine abgebrühte, verhärtete, fast schon verhärmte Witwe McBain. Genüsslich (über-)zelebriert Tobias Beyer in einem schillernden Cowboy-Karnevalskostüm  die selbstgefällige Coolness des guten Ganoven Cheyenne. Robert Prinzler überzeichnet den steinreichen, todkranken Eisenbahn-Mogul als müde manierierten Visionär. Und glänzt komödiantisch als amerikanisch aufgekratzter Auktionator. Man wär jetzt gern selbst ein Westernheld und spräche: Well done, ihr Fische. Heftiger Applaus.«

»Gehre gibt sich nicht damit zufrieden, einen einfachen Western zu inszenieren oder in Klischees zu überhöhen – immer wieder wird auf die aktuellen USA rekurriert, etwa wenn die Stadt Sweet Water sich in einer langen Kamerafahrt von einer Westernstadt zu einer modernen Stadt mit Wolkenkratzer-Skyline mausert, oder eben am Anfang, in dem die Frontier direkt vom US-amerikanischen Westen auf den Mars verschoben wird. Und  damit eben auch der visionär-gierige Unternehmer Morton ein Stück weit zu Elon Musk wird, und die Schienen bis zum Mars reichen. »Spiel mit das Lied vom Tod« in Braunschweig soll der erste Teil einer Trilogie sein, in der die USA, die seit letztem November soviel fremder geworden sind, näher erkundet werden. Der erste Teil befasst sich dementsprechend mit ihrem Gründungymythos, und ist von Gehre mit viel Liebe zum Detail, komplexer Kameraarbeit und einem spielfreudigen Ensemble – allen voran Yevgenia Korolov und Robert Prinzler als Jill McBain und Robert Prinzler als Morton – umgesetzt.«

»Regisseur Klaus Gehre hatte keine dicken Dollarbündel und auch nur eine ziemlich kleine Spielfläche in der Rotunde des hundert Zuschauer fassenden »Aquarium«. Dafür aber Ideen und Visionen, die skurril und schlüssig aufgingen. Die wechselnden Hintergründe projiziert er mit ultrakleinen Videokameras auf eine Riesenleinwand, die das Bühnenbild ersetzt Westernstadt-Kulisse und Eisenbahn stammen aus dem Modellbauladen und werden während der Vorstellung – wie beim Stadtrundgang mit dem Selfie-Handy – abgefilmt und an den Projektor gesendet.
Langer Beifall und strahlende Gesichter bei der anschließenden Premierenfeier krönten die mutige, unterhaltende und stimmig inszenierte Aufführung, die mehr Tiefgang aufblitzen ließ als das filmische Original-Meisterwerk.«

Besetzung
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