Betrunkene

von Iwan Wyrypajew
aus dem Russischen von Stefan Schmidtke

»Nur Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit«, sagt der Volksmund. In Iwan Wyrypajews Komödie torkeln vierzehn Menschen durch die Nacht und sind betrunken. Ein Filmfest, ein Abendessen unter Freunden, eine Hochzeit und ein Junggesellenabschied gaben ihnen den Anlass zum Trinken und führten bei allen zu einem zu tiefen Blick ins Glas. Nun ist es an der Zeit sich auf den Heimweg zu machen.

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Der 1979 geborene russische Autor und Theatermacher Wyrypajew versammelt in seinem Stück ein ganzes Ensemble solcher schutzlosen, liebesbedürftigen, verletzlichen und vor allem betrunkenen Menschen. Es sind Ehepaare, Banker, Manager, Models, der Direktor eines Filmfestivals und eine Prostituierte. Es sind nicht die Verlierer der Gesellschaft, die hier schwanken, sondern die die obenauf schwimmen, die Bestimmer, die Entscheider, die Stützen der Gesellschaft. Der Alkohol aber lässt sie straucheln. Der Rausch vereint sie.

Die Betrunkenen streifen durch die Nacht und treffen in verschiedenen Konstellationen aufeinander. Der Alkohol hat ihre Zungen gelockert, löst Geständnisse aus, ermöglicht überraschende Erkenntnisse und ebensolche Begegnungen. Hier wird die große Liebe gefunden, dort die tote Mutter wieder lebendig, da verschwindet die Angst vor dem Tod und eigentlich sind wir sowieso alle Gott!

Das Rauschhafte, Dionysische gilt als Ursprung des Theaters, hier ist es das Mittel zu sich selbst zu finden, in einerZeit, in der wir jedem Trend hinterher rennen und die Oberflächlichkeit lobpreisen.

Mit der letzten Schauspielpremiere in der Intendanz von Joachim Klement im Großen Haus schließt sich einen Bogen zur Eröffnungsinszenierung »Ein Volksfeind« vor sieben Jahren, bei der auch Stephan Rottkamp Regie führte.

Ein großartiges Ensemblestück für vierzehn virtuose Schauspieler und Schauspielerinnen!

Presse

»Die erste Hälfte ist eine brillante Beobachtung eben von betrunkenen Gesprächen und ihrer eigenwilligen Logik, der sozialen Rohheit und dem Schutzraum dieses Rausches, nicht minder brillant auf die Bühne gebracht von einem beständig torkelnden, beständig lallenden Ensemble. Es ist eine lustvolle, man möchte fast sagen: dionysische Erkundung des Suffs, in der sich witzige und tragische Momente zu einem taumelden Vollrausch vermischen. [...] Das Ensemble – das sich mit großer Freude und Körperlichkeit komplett besoffen gibt – sowie das Bühnenbild mit seinem gigantischen Trampolin machen die Inszenierung auf jeden Fall sehenswert.« nachtkritik.de

»Stephan Rottkamps Inszenierung ist eine Art Faschings-Kehraus auf leerer Bühne. [...] Doch sie bietet dem komödiantisch adäquat zwischen Triumph und Tristesse, zwischen Weltumarmung und Weltschmerz, zwischen Euphorie und Einsamkeit schwankenden Ensemble die Möglichkeit, sich als das vom Braunschweiger Publikum zu verabschieden, was es ist: eine Ansammlung toller Schauspieler.« Braunschweiger Zeitung

»Eine eindrucksvoll geschlossene Ensembleleistung. [...] Regisseur Stephan Rottkamp ist es zu verdanken, dass die Komödie nie zur zotigen Plotte wird. [...] Reichlich Szenenapplaus, Lacher und stürmischer Beifall vom Publikum.« braunschweig-spiegel.de

Inszenierung Stephan Rottkamp
Bühne Robert Schweer
Kostüme Justina Klimczyk
Dramaturgie Katrin Breschke

Martha, ein schönes junges Mädchen
Darja Mahotkin
Mark, Direktor eines großen internationalen Filmfestivals Götz van Ooyen
Laura, Model Pauline Kästner
Magda, Lauras Freundin Rika Weniger
Laurenz, Magdas Ehemann David Simon
Gustav, Banker Hans-Werner Leupelt
Lore, Gustavs Ehefrau Saskia von Winterfeld
Karl, Banker Mattias Schamberger
Linda, Karls Ehefrau Birte Leest
Rudolf, PR-Manager Alexander Wanat
Max, Sales-Manager / Banker Philipp Grimm
Matthias, Manager einer Reklamefirma Andreas Bißmeier
Gabriel, Stellvertreter des Chefs einer Baufirma Oliver Simon
Rosa, Prostituierte Amelle Schwerk

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Premiere am 31.03.2017

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