©Bettina Stoess
 
Staatsorchester

4. Sinfoniekonzert

 
Alle Termine
Sonntag, 15.12.2019
11:00 Uhr, Stadthalle
Montag, 16.12.2019
20:00 Uhr, Stadthalle
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Sonntag, 15.12.2019 um 11:00 Uhr

Stadthalle

Zyklus Bauhaus

 

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68

Edmund Meisel / Werner Ruttmann
Sinfonie der Großstadt


Musikalische Leitung Ernst van Tiel

 

 

Eine spannende Gegenüberstellung bietet das 4. Sinfoniekonzert: Mit Beethoven und Meisel schlägt es nicht nur den Bogen aus dem beginnenden 19. Jahrhundert in die hundert Jahre später pulsierenden »Goldenen Zwanziger«, sondern konfrontiert mit der
»Pastoralen« 6. Sinfonie und der »Sinfonie der Großstadt« auch sakral anmutende Natur mit industriell anwachsender Metropole. Seit jeher war Beethoven von einer großen Naturliebe getrieben, aus der er wiederholt Inspiration ziehen konnte. »Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: heilig, heilig!«, schwärmte er und ließ seiner 5. Sinfonie, der sogenannten »Schicksalssinfonie«, mit der Sechsten ihr Gegenmodell folgen. Über weite Strecken breitet sich hier die konfliktlose Landidylle aus, deren einzelne Sätze Beethoven mit expliziten Überschriften versah. Da ist die Rede von einer »Szene am Bach«, vom »lustigen Zusammensein der Leute« sowie von einem sich entladenden »Gewitter«. Und tatsächlich lassen sich all diese Aspekte in der Musik auch wirklich hören! Beginnt der zweite Satz mit dem leisen Murmeln des Bachs, imitieren wenig später Flöte, Oboe und Klarinette die Rufe von Nachtigall, Wachtel und Kuckuck.

 

Ganz anders klingt es ein Jahrhundert später bei Edmund Meisel. Der Dirigent und Komponist, der seine Nische im Film gefunden hatte, komponierte 1927 sein bisher größtes Projekt: die Musik zu Walter Ruttmanns »Berlin – Die Sinfonie der Großstadt«. Bereits
an der Herstellung des Films war er beteiligt und verkündete enthusiastisch: »In idealer Weise gehen hier zum ersten Male von vornherein Film und Musik Hand in Hand, entsteht ein Werk in gemeinsamer Arbeit von Regisseur und Komponist.« Und tatsächlich wurde Ruttmanns Dokumentarfilm über einen Tag in Berlin zu Zeiten des industriellen Aufschwungs ein Musterbeispiel für die enge Verzahnung von Bild, Rhythmus und Ton – gegliedert in das langsame Erwachen am Morgen, die Hektik des Tages und das Ausklingen am Abend in Analogie zu einer Sinfonie.

 

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