©Bettina Stoess
 
Staatsorchester

8. Sinfoniekonzert

 
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Sonntag, 26.04.2020
11:00 Uhr, Stadthalle
Montag, 27.04.2020
20:00 Uhr, Stadthalle
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Sonntag, 26.04.2020 um 11:00 Uhr

Stadthalle

Zyklus Komponistinnen

 

Lera Auerbach
»Ikarus« – Sinfonisches Poem

Richard Strauss
Oboenkonzert D-Dur

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55


Musikalische Leitung Srba Dinić
Solist Salomo Schweizer, Oboe

 

 

1991 aus ihrer Heimat Tscheljabinsk (Ural) nach New York emigriert, zählt Lera Auerbach längst zu den ganz großen Künstlerinnen unserer Zeit. Sie hat mehr als 100 Werke für Orchester, Oper, Ballett, Chor- und Kammermusik geschrieben, war Capell-Compositeur der Staatskapelle Dresden, erhielt den Hindemith-Preis und wurde von der Puschkin-Gesellschaft als »Dichterin des Jahres« ausgezeichnet. In ihrem Orchesterstück »Ikarus«, das die letzten beiden Sätze ihrer Sinfonie Nr. 1 »Chimera« weiterführt, widmet sie sich dem uralten Mythos, an dem sie laut eigenen Angaben vor allem »Ikarus’ Ungeduld des Herzens« interessiert, »sein Wunsch, das Unerreichbare zu erreichen«.

 

Ähnlich unerreichbar wie Ikarus der Schwung durch die Lüfte erschien Richard Strauss 1945 vermutlich die Hoffnung auf ein unbekümmertes Weiterleben nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. »I’m Richard Strauss – the composer of the ›Rosenkavalier‹«, soll er gesagt haben, als die ersten GIs vor seiner Garmischer Villa erschienen. Und plötzlich konnte er fliegen: Die Amerikaner waren Musikliebhaber. Sie deklarierten seine Villa als »Off Limits«, verzichteten also auf die Konfiszierung von Eigentum, und traten stattdessen lieber in lebhafte Diskussionen mit dem Komponisten ein. John de Lancie, ehemaliger erster Oboist beim Pittsburgh Symphony Orchestra, fragte damals, ob Strauss sich denn die Komposition eines Oboenkonzertes vorstellen könne. In seinem Schweizer Alterssitz fertigte Strauss anschließend besagtes Konzert – als »Handgelenksübung«, »um die Langeweile müßiger Stunden zu vertreiben, da man nicht den ganzen Tag Skat spielen kann«.

 

Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie mit dem Beinamen »Eroica« bildet den heroischen Abschluss dieses Konzertes. Ursprünglich als Widmung für Napoleon Bonaparte gedacht, entfernte sich die Sinfonie in ihrer Entstehung mit wachsender Enttäuschung des Komponisten von dessen Idol und verbindet letztendlich Heldentum und Anti-Helden in so patriotischer wie humorvoller Musik.

 

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