©Volker Conradus
 
Staatsorchester

9. Sinfoniekonzert

 
Termine
Sonntag, 14.05.2023
11:00 Uhr, Großes Haus
Montag, 15.05.2023
20:00 Uhr, Großes Haus

Zyklus Tschaikowsky

 

Sergei Rachmaninov
Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll op. 30

 

Pjotr I. Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

 

In großer Eile komponierte Sergei Rachmaninov im Sommer 1909 sein 3. Klavierkonzert – denn der Uraufführungstermin war bereits für den November desselben Jahres in New York festgelegt. Der Komponist stellte das Werk gerade rechtzeitig fertig, musste allerdings auf der Überfahrt in die Vereinigten Staaten den Solopoart auf einer stummen Klaviatur üben. Rachmaninov hob sein neues Klavierkonzert selbst aus der Taufe, während der Pianist, dem Rachmaninov das Werk zugeeignet hatte, dieses Werk nie öffentlich spielte. Das Konzert, das der Komponist seiner technischen Ansprüche an den Solopart wegen ein »Konzert für Elefanten« nannte, unternimmt einen faszinierenden Spagat zwischen dramatischen, hochvirtuosen Abschnitten und Ruhemomenten wie dem bezaubernd schlichten Eröffnungsthema, über das Rachmaninov sagte: »Ich wollte die Melodie auf dem Klavier singen, wie ein Sänger es täte.«


»À mon meilleur ami« – »meinem besten Freunde« widmete Pjotr I. Tschaikowsky 1878 seine 4. Sinfonie. Gemeint war mit dieser Widmung allerdings nicht die Frau, die Tschaikowsky kurz zuvor völlig überstürzt geheiratet hatte, sondern seine Mäzenin und Vertraute Nadeschda von Meck. Ihr vertraute er in einem Brief auch Notizen zur Programmatik dieser Sinfonie an, in der er nach eigenem Bekunden die Erlebnisse seines »Krisenjahres« 1877 verarbeitet hatte: Kompositorischen Erfolgen wie den Uraufführungen seines 1. Klavierkonzerts oder des »Schwanensee«-Balletts hatte eine hastig geschlossene Ehe gegenübergestanden, die sich bald als katastrophale Fehlentscheidung erwies und den Komponisten in eine tiefe nervliche Krise stürzte. Das bedeutungsschwere Fanfarenthema der Blechbläser, mit dem die Sinfonie beginnt, mag seinen Teil dazu beigetragen haben, dass diese in Europa oft als Tschaikowskys »Schicksalssinfonie« apostrophiert wird – zumal das Eröffnungsthema auch in den volksliedgeprägten Finalsatz einfällt, als gäbe es vor der Macht des Schicksals kein Entrinnen.

 

Musikalische Leitung Srba Dinić
Solist Haiuo Zhang (Klavier)

 

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