Burgplatz Produktion »Madama Butterfly« erhält neues Plakat

 

 

Aufgrund der Reaktionen rund um die Ankündigung unserer Opernproduktion »Madama Butterfly« sehen wir uns zu der folgenden Stellungnahme veranlasst:
 

Giacomo Puccinis »Madama Butterfly« thematisiert eine Gesellschaft im Besatzungszustand, in der sich die Konflikte zweier Kulturen verschärfen: In der Braunschweiger Burgplatz-Inszenierung, die zeitlich nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist, hat das Regieteam um Regisseurin Andrea Schwalbach sich für ein Bühnenbild entschieden, das zwei Flaggenmotive zugrunde legt: die US-amerikanische sowie die Kyokujitsuki-Flagge der Kaiserlich Japanischen Marine. Beide Motive werden bereits zu Beginn der Oper als zerschlissen und beschädigt gezeigt und im Verlauf der Handlung zusehends zerstört. Die durchlöcherte amerikanische Fahne symbolisiert die Wunden, die die amerikanische Besatzungsmacht hinterlässt; die japanische Marineflagge steht für die militärisch geprägte, totalitäre und patriarchalische Gesellschaft, in der Cio-Cio-San lebt. Auf dieser Fläche findet die tragische Liebesgeschichte zwischen der Geisha und dem Soldaten und letztlich die Zerstörung Cio-Cio-Sans statt.
 

Weder das Bühnenbild noch die Inszenierung auf dem Burgplatz glorifizieren Flaggen, ihre Bedeutung als militärisch aufgeladene Symbole oder gar Kriegshandlungen in irgendeiner Form. Vielmehr sind die Schrecken des Krieges die Folie, auf der die Geschichte stattfindet. Diese ästhetisch-künstlerische Setzung der Inszenierung stellen wir nicht infrage.
 

Bei der Plakatgestaltung entscheiden wir uns für einen neuen Entwurf. Das ursprüngliche Plakat, das assoziativ Elemente der Kyokujitsuki-Flagge aufgreift, hat nach seiner Präsentation letzte Woche für emotionale Diskussionen gesorgt und offenbar die Gefühle koreanischer und chinesischer Mitbürger*innen verletzt.
 

Wir bedauern die dadurch hervorgerufenen negativen Emotionen und verzichten auf eine Darstellung, die im öffentlichen Raum außerhalb des Kontextes der Inszenierung von bestimmten kulturellen Kreisen als Provokation empfunden werden kann.
 

Die Theaterleitung

 

 

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