Das mangelnde Licht

Das mangelnde Licht

Das mangelnde Licht

Nino Haratischwili

Romandramatisierung auf Basis der Hamburger Spielfassung von Emilia Heinrich & Jette Steckel

Nach Jahren der inneren wie äußeren Entfernung voneinander begegnen sich Keto, Nene und Ira 2019 in Brüssel wieder. Anlass für das Zusammentreffen ist eine Foto-Retrospektive ihrer toten Freundin Dina, der kompromisslosesten und lebenshungrigsten der einstmals vier jungen Frauen. Momentaufnahmen ihrer gemeinsamen Jugend katapultieren die Überlebenden zurück ins Tbilisi der späten 80er und frühen 90er Jahre. Hier berauschen sie sich am Leben, der ersten großen Liebe und an der unwahrscheinlichen Freundschaft, die sie verbindet. Sie feiern dabei aber auch eine Gnadenfrist, bis die Realität über sie hereinbricht. Und mit ihr all das, was die ersten Jahre der georgischen Unabhängigkeit bringen: Chaos in den Straßen, Drogen, Bandenkriminalität und Gewalt in einem patriarchal strukturierten Land.

 

Unverzeihlicher Verrat und tragischer Tod stellen die Freundschaft der vier auf die Probe und ihr ganz privates Auseinanderdriften spiegelt die Gespaltenheit einer jungen Demokratie im Bürgerkrieg. Dennoch ist keine der vier bereit, sich mit dem Mangel an Licht abzufinden.

 

Die seit 2003 in Deutschland lebende Nino Haratischwili erzählt nach ihrem Bestseller »Das achte Leben – für Brilka« erneut mit soghafter Emotionalität und kraftvoller Bildsprache von ihrer Heimat Georgien. Eindringlich stellt sie dabei die Frage nach persönlicher Verantwortung: Wie handelt man moralisch richtig in einer Welt, die jeder Logik zu entbehren scheint?

 

Aufführungsdauer: ca. 3 Stunden, eine Pause

 

Zur Inszenierung »Das mangelnde Licht« liegen weitere Hinweise (Content Notes) vor. Diese können bei Bedarf im Bereich Barrierefreiheit unter Sensorische Reize und Content Notes abgerufen werden. 

»Das mangelnde Licht« wird gefördert von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Besetzung am 27.09.2023

Regie: Dagmar Schlingmann
Bühne: Sabine Mader
Kostüme: Inge Medert
Musik: Alexandra Holtsch
Licht: Tobias Krauß
Dramaturgie: Katharina Gerschler
Keto Kipiani: Nina Wolf
Rati Kipiani: Ivan Marković
Guram Kipiani / Tapora Koridse / Ika: Mattias Schamberger
Eter Kipiani / Manana Koridse: Nino Burduli
Oliko / Tarik: Gertrud Kohl
Dina Pirweli: Naima Laube
Irine Schordania: Lina Witte
Nene Koridse: Daniela Gancheva
Zotne Koridse / Glatzkopf: Georg Mitterstieler
Anna Tatischwili: Mariam Avaliani
Otto Tatischwili / Guga Koridse / Gio: Valentin Fruntke
Lewan Iaschwili / Saba Iaschwili: Roman Konieczny

Pressestimmen

»Eine gelungenen Inszenierung, die in einer einfachen, figurengetriebenen Geschichte von der zerstörerischen und gesellschaftszersetzenden Kraft des Krieges erzählt. In der der Krieg zwar nie richtig stattfindet, dafür aber umso intensiver präsent ist – nicht auf den Schlachtfeldern, sondern in den Leben der Menschen, die eigentlich nur ihren Alltag bewältigen wollen, während anderswo Geschichte passiert.«

»Die regieführende Generalintendantin Dagmar Schlingmann hat eine ungemein intensiv agierende Riege junger Darstellerinnen zur Höchstleistung animiert. Allen voran Nina Wolf als kämpferische Keto und Naima Laube als freiheitswilde, zunehmend verzweifelte Fotografin Dina. Aber auch Daniela Gancheva als romantische Schwester des Drogenbarons und Lina Witte als spröde, lesbische Schachspielerin und spätere Spitzenjuristin überzeugen… Starke Frauen. Starker Beifall.«



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Termine


  Letzte Aufführung: Sa 16.12.2023