©Bettina Stoess
 
Schauspiel

Der Kirschgarten

 
Termine
Donnerstag, 12.12.2019
19:30 Uhr, Kleines Haus
Einführung 19:00 Uhr
Samstag, 14.12.2019
19:30 Uhr, Kleines Haus
Mit Audiodeskription | Einführung 19:00 Uhr
Donnerstag, 19.12.2019
19:30 Uhr, Kleines Haus
Einführung 19:00 Uhr
Mittwoch, 25.12.2019
18:00 Uhr, Kleines Haus
Einführung 17:30 Uhr
Freitag, 03.01.2020
19:30 Uhr, Kleines Haus
Einführung 19:00 Uhr
Donnerstag, 09.01.2020
19:30 Uhr, Kleines Haus
Einführung 19:00 Uhr
Freitag, 10.01.2020
19:30 Uhr, Kleines Haus
Einführung 19:00 Uhr
Mittwoch, 05.02.2020
19:30 Uhr, Kleines Haus
Freitag, 14.02.2020
19:30 Uhr, Kleines Haus

Anton P. Tschechow
Komödie in vier Akten
Deutsch von Elina Finkel

 

Vor fünf Jahren hat Ljubow Andrejewna Ranjewskaja ihr Gut mit dem herrlichen Kirschgarten verlassen, um in Paris ein neues Leben zu beginnen. Desillusioniert kehrt sie zurück an den Ort ihrer Kindheit, an dem die Zeit stillzustehen scheint und man immer noch auf (zu) großem Fuß lebt. Nur fehlen diesem Lebensstil die ökonomischen Grundlagen. Deshalb sollen die alten, wunderschön blühenden Bäume fallen, um Platz zu schaffen für eine Ferienkolonie, die der reiche Lopachin bauen lassen will.

Er, dessen Vater hier früher Leibeigener war, kauft das hoch verschuldete Gut und setzt seine ökonomische Vision in die Tat um. Eine Welt geht zugrunde, eine andere entsteht. Tschechow hat ein Stück über uns geschrieben, über Menschen mit ihren Schwächen und Zerstreuungen, mit ihrem Leichtsinn und ihrer trägen Rücksichtslosigkeit. Es vermittelt ein Gefühl der Unsicherheit, des Allzusehr-Veränderten und zugleich Alles-wie-vorher-Gebliebenen. Das ist schon nicht wenig komisch.

 

Pressestimmen

»Interessant ist, was das Ensemble aus den Figuren herausholt: Denn die hängen zwar jeweils traumduselig in ihren eigenen Welten herum, die sich nur selten berühren, aktualisieren sie allerdings auch ein wenig: Der eigentlich eher auf der Seite des Fortschritts stehende Lopachin wirkt etwas tumb, so, als verstünde er selbst nicht so ganz, woher sein ganzes Geld eigentlich kommt. Joshua Seelenbinder gibt seinen Jascha als vollendeten Adiletten-und-Adidas-Trainingshosenträger. Getrud Kohl als Warja schafft es, aus einer eher tumben Figur viel Qual herauszuholen. Und Firs, der eigentlich nur ein alter Diener ist, ist bei Heiner Take eine Figur als hätte David Lynch bei der Addams Family Regie geführt. [...] Schlingmanns Inszenierung bietet weder formal noch inhaltlich eine radikal neue oder andere Lesart von Tschechows Publikumsliebling. Viel eher ist ihr eine kleine, feine Fingerübung gelungen, die mit wenigen Mitteln eine drohend-düstere Stimmung evoziert, dabei aber nicht vergisst, dass der Text auch lustig ist. So stupst und stößt Schlingmann Tschechow, mal behutsam, mal recht grob, in die Gegenwart.«

»Was die Inszenierung [...] sehenswert macht, ist ein Gespür für das unglückliche Bewusstsein aller Figuren. Denn das ist es ja, was den Dichter so groß macht. Er malt voller Liebe eine wunderbar verwehte, schrecklich blöde, lebensuntüchtige, leichtlebige, schwermütige, manierierte, exaltierte, outrierte, mal infantil kokette, mal aufbrausend dünkelhafte, mal ganz und gar zernichtete, dann wieder souverän verdrängende Frau: die Gutsherrin Ranewskaja. Aber eben: voller Liebe! Und die Schauspielerin Saskia Petzold lebt das. Schutzlos. Man möchte sie sanft in den Arm nehmen und im selben Moment derbe wachrütteln. Tschechow malt einen ebenso widersprüchlichen Gegenpart, den zu Macht und Geld gekommenen Proletarier Lopachin, der das Gut samt Garten ersteigert. Johannes Kienast spielt ihn intensiv als einen tatkräftigen Kapitalisten, den sein Geld zugleich furchtbar unglücklich macht. Kurz gesagt: starkes Schauspieler-Theater.

Dazu tragen unter anderen Gertrud Kohl als verhuschte Stieftochter der egozentrischen Raumverdrängerin Ranewskaja und RobertPrinzler als pathetisch zur Tat drängender und zugleich fast pathologisch tatenloser Student Trofimow bei. Daran hat natürlich die Regisseurin wesentlichen Anteil. [...] Was diese alles in allem atmosphärisch gediegene, aufs Wesentliche konzentrierte Inszenierung, durchzieht, ist die große Müdigkeit einer abgelebten Gesellschaft in klaustrophobischer Verbunkerung. Am Ende hat sie nicht mal mehr die Kraft wegzugehen. Erstarrt einfach.«

Besetzung
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