©Volker Conradus
 
Musiktheater

Die Geschichte vom Soldaten

 

Musiktheater von Igor Strawinsky
am 11. & 12.02.2023 im Herzog Anton Ulrich-Museum

 

Max Beckmanns Schaffen ist in Teilen geprägt von grimmig ironischen Bildfolgen mit grotesken Gestalten von pulsierendem Leben, leuchtender Farbkraft und dramatischer Rhythmik mit kontrastierenden lyrischen und introvertierten Tönen (Selbstporträts). Viele Gemälde sind theatral anmutende Bildinszenierungen und zeigen tatsächlich immer wieder die Welt des Theaters, des Zirkus und des Varietés. Das Thema des Zurschaustellens trieb ihn zeitlebens an. Viele Gemälde sind gleichermaßen Stills des »Welttheaters«; sie sind wesentlich beeinflusst durch die Erfahrungen des Künstlers im Ersten Weltkrieg und durch die dramatischen politischen Entwicklungen während seines Exils nach 1937.

 

Strawinskys Spiel für eine Wanderbühne aus dem Kriegsjahr 1917, »Die Geschichte vom Soldaten«, bildet in verschiedener Hinsicht die frühe Erfahrungswelt Beckmanns ab. Vom Regen in die Traufe, mag Strawinskys namenloser Soldat denken – denn auf dem Weg zum Heimaturlaub begegnet er ausgerechnet dem Teufel. Der verspricht ihm große Reichtümer, wenn der Soldat ihm seine Geige überlässt, doch der Teufel hat noch eine Bitte: Der Soldat möge ihm das Geigenspiel beibringen. Allerdings vergehen nicht – wie er meint – drei Tage in Gesellschaft des Teufels, sondern drei Jahre, in denen der Soldat seine Braut, seine Freunde und Familie verliert. Das Geld allein macht ihn aber auch nicht glücklich, und so setzt er nun alles daran, wenigstens seine Geige zurückzuerlangen ...

 

Mit einem Kammerensemble und wenigen Darsteller:innen wird Jessica Schauer Strawinskys Gleichnis vom Soldaten in den Räumen des Herzog Anton Ulrich-Museums in Bezug zu der Beckmann-Ausstellung setzen. Zuvor wird die Inszenierung – mit Jean Françaix’ »Der hinkende Teufel« zum Doppelabend kombiniert – am 4. Februar im Kleinen Haus des Staatstheaters ihre Premiere feiern.

 

Besetzung
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