Digitale Ausstellung zu »Faust« & »Iphigenie auf Tauris«

 

»Faust« und »Iphigenie auf Tauris« am Staatstheater Braunschweig

Ein Archiv

 

Am 18. Oktober fand im Großen Haus die Premiere von Charles Gounods Oper »Faust« statt und ab dem 25. Januar 2020 zeigen wir Goethes »Iphigenie auf Tauris« im Kleinen Haus. Beide Stoffe haben auch in Braunschweig eine ganz eigene Geschichte. Dieser wollen wir nun mit einer digitalen Ausstellung Raum und Stimme geben.

 

Sowohl im Musiktheater als auch im Schauspiel gab es am Staatstheater Braunschweig in den vergangenen Jahrzehnten (und Jahrhunderten!) zahlreiche Inszenierungen der beiden Stoffe: Angefangen bei der Uraufführung von Goethes »Faust I« durch Ernst August Friedrich Klingemann über Aufführungen der Opern »Faust« von Charles Gounod und »Iphigenie in Aulis« von Christoph Willibald Gluck bis hin zur letzten »Faust«-Inszenierung unter dem ehemaligen Intendanten Wolfgang Gropper. Wir laden Sie herzlich dazu ein, mit uns einen Blick in unsere Archive zu werfen und sich durch unsere digitale Ausstellung zu klicken – die vielleicht sogar Erinnerungen an frühere Aufführungen weckt – und freuen uns, Sie auch zu unseren aktuellen Produktionen von Gounods »Faust« und Goethes »Iphigenie auf Tauris« zu begrüßen.

 

Programmhefte und weitere Dokumente

 

1829 wurde Goethes »Faust I« am Braunschweiger Hoftheater uraufgeführt – ein Ereignis, an das immer wieder gern erinnert wird. So auch im Programmheft zur Neuinszenierung aus dem Jahr 1949, in dem Holger Sandig die Rolle des damaligen Theaterdirektors Ernst August Friedrich Klingemann behandelte. Zum Programmheft von Goethes »Faust I« aus der Spielzeit 1949/50 geht’s hier.

 

 

Auch sechs Jahre später wurde die Uraufführung von Goethes bedeutendem Drama in einem Programmheft thematisiert: in Fritz Hartmanns Aufsatz »Vor 125 Jahren: Zum erstenmal Goethes ›Faust‹«. Der Text findet sich in einem Programmbuch aus der Spielzeit 1954/55– zwischen einem Aufsatz zu Wagners »Walküre« und einem Besetzungszettel für Offenbachs »Hoffmanns Erzählungen«. Zu Hartmanns Text geht’s hier.

 

 

Theatergeschichte als Forschungszweig: Dem Generaldirektor des Braunschweiger Hoftheaters, Ernst August Friedrich Klingemann, widmete Heinrich Kopp seine 1901 veröffentlichte Dissertationsschrift, mit der er an der Ruprecht-Carls-Universität in Tübingen promoviert wurde. Zum Deckblatt der Dissertationsschrift geht’s hier.

Der Uraufführung von Goethes »Faust I« ist ein ganzes Kapitel gewidmet. Zum Kapitel geht’s hier.

Zum Stöbern und Entdecken findet sich im Anhang zu Kopps Monographie eine Übersicht über das Repertoire des Braunschweiger Theaters zwischen 1819 und 1826 – unterteilt in die Kategorien »Trauerspiele«, »Schauspiele«, »Lustspiele und Possen«, »Opern«, »Vaudevilles und Singspiele«, »Prologe, Festspiele usw.« und »Ballette usw.«. Zur Übersicht über das Repertoire des Braunschweiger Hoftheaters 1819–1826 geht’s hier.

 

 

Gounods »Faust«-Oper war nach ihrer Uraufführung in Paris 1859 rasend schnell zu einem Welterfolg geworden, doch insbesondere in Deutschland nahm man häufig Anstoß daran, dass ein französischer Komponist das große Denkerdrama der deutschen Literatur vertont hatte. Seit der Dresdner Erstaufführung 1861 wurde Gounods »Faust« im deutschsprachigen Raum daher bis weit ins 20. Jahrhundert meist unter dem Titel »Margarete« aufgeführt – so auch 1962 in Braunschweig. Mittlerweile wird sie aber wieder unter ihrem originalen Titel präsentiert. Zum Programmheft von Gounods »Faust« aus der Spielzeit 1962/63 geht’s hier.

 

 

Goethes »Iphigenie auf Tauris« war in Braunschweig zuletzt in der Spielzeit 1983/84 im Kleinen Haus zu erleben. Das Programmheft zu dieser Produktion zeichnet sich nicht nur durch eine markante Bildsprache aus, sondern auch durch tagesaktuelle politische Bezüge: Die Goethes Drama zugrundeliegenden Fragen nach Verantwortung und Mitmenschlichkeit wurden auch vor dem Hintergrund des Schicksals von Kemal Altun gestellt. Altun, der 1980 vor politischer Verfolgung aus seinem Heimatland, der Türkei, geflohen war und in Deutschland Asyl beantragt hatte, nahm sich angesichts seiner drohenden Abschiebung in die Türkei mit einem Sprung aus dem Verwaltungsgericht Berlin das Leben. Zum Programmheft von Goethes »Iphigenie auf Tauris« aus der Spielzeit 1983/84 geht’s hier.

 

 

Nicht nur Goethes »Iphigenie«, auch Glucks Opernfassung des antiken Stoffes wurde in Braunschweig immer wieder aufgeführt. Bemerkenswert ist der im Programmheft auf S. 32 unternommene historische Exkurs, der einen Theaterzettel vom 17. Mai 1823 präsentiert: Dieser warb für Auftritte der Sängerin Marianne Schönberger-Marconi (1785–1882), die dank ihrer außergewöhnlich tiefen Stimme nicht nur Alt-, sondern auch Tenorpartien singen konnte. In Braunschweig war sie u. a. als Belmonte in Mozarts »Entführung aus dem Serail« zu erleben. Zum Programmheft zu Glucks »Iphigénie en Tauride« aus der Spielzeit 1961/62 geht’s hier.

 

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