©Björn Hickmann/ stage picture
 
Staatsorchester

Digitale Bühne: Sinfoniekonzert

 
Termine
Gewählter Termin close

Premiere

Sonntag, 28.03.2021 um 11:00 Uhr

Digitale Bühne

mit dem Staatsorchester Braunschweig

 

Alexander Zemlinsky

Drei Ballettstücke

 

Richard Strauss

Konzert für Oboe und Orchester D-Dur

 

Louis Spohr

Sinfonie Nr. 2 d-Moll op. 49

 

Musikalische Leitung Srba Dinić

Solist Salomo Schweizer, Oboe

                       

Ein »Fantasiewunder« nannte Rudolf Borchardt Hugo von Hofmannsthals Libretto zum Ballett »Der Triumph der Zeit« – und als ebensolches könnte man Alexander Zemlinskys Vertonung von Hofmannsthals Libretto bezeichnen. Zumindest das, was davon erhalten ist, denn der Komponist stellte das große dreiaktige Ballett nie fertig, verarbeitete aber Ausschnitte zu seinen »Drei Ballettstücken«, die 1903 mit großem Erfolg in Wien uraufgeführt wurden. In spätromantisch üppiger Klangfülle machen diese rauschhaften Orchestersätze deutlich hörbar, warum Zemlinskys Stil auch als »musikalischer Jugendstil« bezeichnet wird.

 

»Off limits« verkündete nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein Schild vor Richard Strauss’ Villa in Garmisch-Partenkirchen: Als die US-amerikanischen Soldaten erfuhren, wer dort lebte, wurde die geplante Einnahme des Hauses als Armeequartier aufgegeben. Stattdessen entwickelte sich in der großzügigen Villa zwischen Strauss und manchen der US-Soldaten ein reger Austausch, so auch mit dem 24-jährigen John de Lancie, der vor seiner Einberufung Solo-Oboist in Pittsburgh gewesen war. Auf dessen Anregung komponierte Strauss wenig später sein Oboenkonzert, das (auch) als Resümee eines langen und bewegten Komponistenlebens gelesen werden kann: von der heiteren Melancholie des »Rosenkavalier« ebenso geprägt wie vom Schalk eines Eulenspiegel – und über allem schwebt, wie es in einer Rezension der Uraufführung hieß, der hochvirtuose Oboenpart wie eine »prunkvolle Primadonna«.

 

Heute ist Louis Spohr aus dem allgemeinen Gedächtnis weitgehend verschwunden, doch nach Beethovens Tod galt Spohr für einige Zeit als der wichtigste lebende Komponist des deutschsprachigen Raums, zu dem nachfolgende Komponistengenerationen (darunter auch der junge Johannes Brahms) pilgerten. Spohrs 2. Sinfonie entstand 1820 während eines Aufenthalts in London im Auftrag der renommierten Philharmonic Society und wurde, wie Spohr in einem Brief festhielt, »vom Publiko mit einem Enthusiasmus aufgenommen wie seit meiner Anwesenheit hier noch kein anderes Orchesterstück«. Sie zeigt ihn denn auch auf einem Gipfel seines kompositorischen Schaffens – typisch Spohr in ihrem »schwärmerisch-melancholischen Tonfall«, wie ein Kritiker seinen Kompositionsstil bezeichnete, in mancher kühnen harmonischen oder motivisch-thematischen Wendung aber auch bis ins späte 19. Jahrhundert vorausweisend.

 

Filmdauer: ca. 1 Stunde und 14 Minuten

 

Der Stream ist ab dem 28. März bis auf Weiteres verfügbar.

 

Zur reduzierten Online-Ausgabe des Programmhefts | 296 KB

 

Zur Audioeinführung von Orchesterdirektor Martin Weller | 10 Minuten

 

Pressestimmen

»Staatsorchester Braunschweig makes compelling case in offbeat repertoire… (In Spohr´s Symphony no. 2 in D minor) the finale was joyous and untroubled, and after advocacy like this, I certainly feel encouraged to give some of Spohr’s other symphonies a listen… The Strauss Oboe Concerto brought twenty-something Swiss oboist Salomo Schweizer front and center. With rarely a moment to take a breath, Schweizer produced an arching, deftly shaped melodic line, limber and flexible, and Srba Dinić guided the orchestra in a supportive accompaniment.« (zur Kritik)

»Die melodisch schön gebettete Brillanz des unablässig spielenden Soloinstruments (im Konzert für Oboe und Orchester in D-Dur von Richard Strauss) lebt in Braunschweig von der jugendlichen Ausstrahlung des hauseigenen Oboenvirtuosen Salomo Schweizer. Seine behände phrasierende Ausgestaltung ist phänomenal, da bekommt dieses Alterswerk plötzlich eine ungestüm-frische Zuversicht.«

keyboard_arrow_up

Die Veranstaltung wurde vorgemerkt

↦ Zu meinen gemerkten Veranstaltungen gehen
↦ Hinweis schließen