©JOSEPH RUBEN
 
Schauspiel

Industrielandschaft mit Einzelhändlern

 

Ein Projekt von Josef Bäcker und Lukas Pergande nach der Erzählung von Egon Monk

 

Stellvertretend für den gesamten Einzelhandel glaubt der namenlose Protagonist in Egon Monks Erzählung – die in den frühen 70er Jahren (mit Horst Tappert!) verfilmt wurde – nicht nur an die Vernunft, sondern an die höhere Gerechtigkeit der Marktwirtschaft. Nach ausgeklügelter kaufmännischer Gegenwehr, sich selbst in so vergeblichen wie aberwitzigen Experimenten marktkonform zurichtend, geht er dennoch bankrott – an der Konkurrenz der Supermärkte, der Ladenketten, des Versandhandels. Und träumt derweil doch immer noch von der schönen kapitalistisch-marktwirtschaftlichen Industrielandschaft.

 

Egon Monk, in der BRD vor allem als Begründer des »politischen Fernsehspiels« bekannt geworden, gilt als bedeutendster Erbe Bertolt Brechts, mit dem er lange eng zusammenarbeitete und dessen Ideen für ein episches Theater er kongenial in das neue Massenmedium zu übertragen verstand. Vor dem Hintergrund von Globalisierung, zunehmend unberechenbaren Marktmechanismen und der coronabedingten neuesten Krise des Einzelhandels erhält der Stoff wieder bittere Aktualität.
 

Lukas Pergande und Josef Bäcker positionieren die Erzählung als Open Air-Produktion auf dem Herzogin-Anna-Amalia-Platz exakt zwischen Theater und Konsumlandschaft.

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 20 Minuten, keine Pause

 

Zur Audioeinführung von Katharina Gerschler | 5 Minuten

 

 

Hinweis: Bitte beachten Sie unser Schutzkonzept, um Sie und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. Alle Informationen rund um Ihren Theaterbesuch und die für den Besuch benötigten Nachweise finden Sie hier. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Sie nur bei uns empfangen können, wenn Sie zur Einhaltung dieser Maßnahmen bereit sind. Vielen Dank!

 

Pressestimmen

»Ganz starkes Stück, ganz schwierig zu realisieren, aber die Wiederbegegnung in Braunschweig lohnt unbedingt.«

»Das Sterben der Innenstädte, den Aufstieg der Einkaufszentren und Versandhäuser, die Unmenschlichkeit eines ausschließlich auf Wachstum ausgelegten Marktes: Alles das exemplifiziert Monk mit einer für einen 1970 geschriebenen Text mit erstaunlicher Weitsicht an seiner Figur. (Und) Saskia Petzold und Julius Ferdinand Brauer kämpfen sich heldenhaft durch Monks Text.«

»Saskia Petzold und Julius Ferdinand Brauer, beide im Hippie- Look der 70er Jahre ausstaffiert, bewältigen den gewaltigen Textkorpus beeindruckend sicher, gut verständlich und versiert gesprochen. Sie bespielen mit großem Einsatz zwei Balkone des Kleinen Hauses und den halben Anna-Amalia-Platz. Mit intensiver Körpersprache und vielen kleinen kreativen Einfällen versuchen sie, dem Lehrstück über die Chancenlosigkeit von Kleinunternehmern gegen Konzerne Sinnlichkeit, Emotion und Interaktion einzuhauchen.«

Besetzung
    keyboard_arrow_up

    Die Veranstaltung wurde vorgemerkt

    ↦ Zu meinen gemerkten Veranstaltungen gehen
    ↦ Hinweis schließen