Kleiner Mann, was nun? | ©Thomas M. Jauk/Stage Picture
 
Schauspiel

Kleiner Mann, was nun?

 

Hans Fallada

 

Der Angestellte Pinneberg kämpft verzweifelt gegen den wirtschaftlichen Abstieg. Kraft gibt ihm die Beziehung zu seiner Frau Lämmchen, die in den schweren Zeiten Stärke zeigt, weil sie sanftmütig und liebevoll agiert. Doch die Krise verschärft sich und Pinneberg verliert seinen Job. Er – ein weiteres Opfer der Weltwirtschaftskrise – wird Teil der Masse von Arbeitslosen. Was soll man tun und wie kann man optimistisch in die Zukunft schauen? Und wieder ist Lämmchen Pinnebergs Halt.
Hans Fallada lässt in seinem 1932 erschienenen Roman keine Rührseligkeit walten, sondern zeichnet ein Bild der Wirklichkeit, das hart und ungerecht ist. Umso wichtiger ist das, was Lämmchen der Krise entgegensetzt: Verständnis, Zärtlichkeit und den Glauben an ihr ganz persönliches Glück.

 

Aufführungsdauer: ca. 3 Stunden 15 Minuten, inklusive Pause

 

Pressestimmen

»Christoph Mehlers Inszenierung von Falladas ›Kleiner Mann, was nun?‹ am Staatstheater hält in Atem.«

»Ein deutsches Panoptikum im Schnelldurchlauf. Während der Pinneberg und sein Lämmchen ihr kleines Stückchen Glück suchen in den späten Tagen der Weimarer Republik, jagen die Bilder von Vergnügen und wachsendem sozialen Elend über die Bühne: Heere von Arbeitslosen, brave Patrioten mit ›Lieb Vaterland, magst ruhig sein‹, organisierte Arbeiter, die dem durchdrehenden Turbokapitalismus und der Verelendung der Massen die Stirn bieten, Orgien der Wolllust, Schnitter und Skelette.
Christoph Mehler setzt in seiner dreieinhalbstündigen Inszenierung von Hans Falladas Kleine-Leute-Roman ›Kleiner Mann, was nun?‹ im Großen Haus des Staatstheaters auf Reizüberflutung, Tempo, Simultanität.
Mit Hilfe des präzise getimten Bürgerchors erzeugt er wahre Wimmelbilder der Geschichte, die sich zwischen Gebären, Sex und Tod auch gemeinmenschlich weiten. Das hat Aura. [...] Johannes Kienast hat in der Rolle des kleinen Angestellten, der nach und nach Job, gesellschaftlichen Halt und Selbstachtung verliert, eine schöne Bandbreite zu bieten, überzeugt im naiven Ton des an sein Glück Glaubenden ebenso wie in der Wut und Verzweiflung des Ausgestoßenen.
[...] Mehlers rasante Inszenierung schafft allein durch ihr Tempo Parallelen zur Jetztzeit. Von den damals fast 6 Millionen Arbeitslosen ist man heute weit entfernt. Trotzdem fühlen sich viele Arbeitnehmer unter dem Druck von Rationalisierungen, Quoten und Digitalisierung verschlissen, bangen zuweilen in Billigjobs vor dem sozialen Absturz, sehen die Verschwendungssucht der Stars und Großverdiener. [...] Großer Applaus.«

Besetzung
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