Professor Mamlock | ©Thomas M. Jauk
 
Schauspiel

Professor Mamlock

 
Termine
Samstag, 28.01.2023
19:30 Uhr, Großes Haus
Einführung 30 Min vor Beginn
Freitag, 03.02.2023
19:30 Uhr, Großes Haus
Sonntag, 05.02.2023
18:00 Uhr, Großes Haus
Freitag, 10.02.2023
19:30 Uhr, Großes Haus
Donnerstag, 16.02.2023
19:30 Uhr, Großes Haus
Sonntag, 26.02.2023
19:30 Uhr, Großes Haus
Sonntag, 02.04.2023
19:30 Uhr, Großes Haus
Sonntag, 23.04.2023
14:30 Uhr, Großes Haus

Friedrich Wolf

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

 

Zur Audioeinführung von Holger Schröder | 5 Minuten

 

Es ist das Jahr 1933, kurz nach den Reichstagswahlen: Professor Mamlock ist ein angesehe­ner Chirurg, der seine Klinik mit viel Engagement aufgebaut hat. Er ist auch ein überzeugter Patriot, im ersten Weltkrieg verwundet und militärisch hochdekoriert und von den »typi­schen« deutschen Werten wie Pflichterfüllung, Disziplin und Gehorsam erfüllt. Mamlock wähnt sich vollkommen in der Mitte der Gesellschaft. Der faschistische Antisemitismus aber ist wie eine Säure, die jede Gewissheit und jeden Glauben an Gerechtigkeit und Moral zersetzt. Demokratische Prinzipien werden mit dem Stiefel getreten, Mamlock wird diskre­ditiert und seines Amtes enthoben. Dennoch will er die Folgen für seine eigene Existenz nicht wahrhaben …

 

Friedrich Wolf (1888 – 1953), Arzt, Schriftsteller und Kommunist, schrieb das Schauspiel unmittelbar nach der Machtergreifung der Nazis im französischen Exil. Durch die zeitliche Unmittelbarkeit entwickelt der Text eine beklemmende Dringlichkeit. Er ist ein Warnschrei, der bereits in dieser frühen Phase die furchtbaren Folgen faschistischer Gewaltherrschaft deutlich vor Augen führt. Heute birgt der Text mehr Brisanz, als uns lieb sein sollte. Ange­sichts des Erstarkens rechtsnationaler, faschistischer Bewegungen müssen wir achtsam sein und unsere Demokratie nicht als Selbstläufer betrachten.

 

Friedrich Wolf verkörperte die politische Zerrissenheit seiner Zeit. Über die Schweiz und Frankreich emigrierte er zunächst in die Sowjetunion, kam nach Frankreich zurück, ging neuerlich in die Sowjetunion. 1945 entschied der sich für den Osten Deutschlands, die spätere DDR, gehörte dort er zu den Mitbegründern der »Deutschen Akademie der Künste« in Berlin (Ost). In der DDR zählte »Professor Mamlock« zur Standardlektüre an den Schulen, im Westen war es nahezu unbekannt.

 


 

Hinweis: Das Schauspiel beschreibt den Vorgang der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und die damit einhergehende »Rassifizierung« und brutale Verfolgung der jüdischen Mitbürger:innen. Daher agieren auf der Bühne auch Figuren, die sich der rassistischen und menschenverachtenden Sprache der Faschisten bedienen.

 

Pressestimmen

»Mit Christoph Mehlers »Professor Mamlock« ist ein einzigartiges und selten gezeigtes Dokument historischer Erinnerung auf der Bühne zu sehen, das einerseits sehr weit fort wirkt. Andererseits aber immer wieder an feinen Fäden und ganz plötzlich Anknüpfungspunkte bietet: Ab wann ist politischer Aktivismus Pflicht? Wann muss Untätigkeit aufhören? Wieviel Weitsicht muss selbstverständlich sein? Wie zerbrechlich kann Demokratie sein?«

»Friedrich Wolfs Zeitstück über die Ausgrenzung eines jüdischen Chefarztes fesselt im Staatstheater… Heiner Take verkörpert den Professor Mamlock mit großer Intensität als zunächst souveränen Klasse-Arzt und Politik-Blindfisch, dann, nachdem ihm das Betreten seiner Klinik untersagt wird, als scheinbar Gebrochenen, schließlich als tragischen Helden. Klassische Schauspielkunst ohne ironische Distanzierung, mit umso mehr Hingabe… Spannendes Stück, markante, aber nicht übergriffige Regie, engagiertes, glaubwürdiges Ensemble. Starker Abend, starker Applaus.«

Besetzung
    keyboard_arrow_up

    Die Veranstaltung wurde vorgemerkt

    ↦ Zu meinen gemerkten Veranstaltungen gehen
    ↦ Hinweis schließen