Reich und Himmel Staatstheater Braunschweig Spielzeit 2019/20 | ©Joseph Ruben
 
Schauspiel

Reich und Himmel

 
Termine
Mittwoch, 18.12.2019
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Freitag, 27.12.2019
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Samstag, 11.01.2020
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Samstag, 25.04.2020
20:00 Uhr, Aquarium

Ein Projekt von Markus Heinzelmann und Ensemble

 

»Wir starten etwas Neues. Der Beschluss ist: AB HEUTE.

Von hier aus geht jetzt etwas aus. Sie sind dabei.

Sie sind Botschafter von dem wo Sie jetzt dabei sind.

Sie dürfen das auch belächeln. Aber Sie sind JETZT schon dabei.

Wir können noch nicht GANZ genau sagen bei was.

Aber es IST etwas. Das spüren wir genau. Und Sie sind dabei…«

 

Ein Kleingarten wird zum sozialen Experimentierfeld: In diesem eigenständigen Organismus gründen wir etwas – einen Staat, ein (eigenes) Reich? Etwas jedenfalls. Mit Regeln und Grenzen, aber ohne Bundesrepublik. Eine abgeschlossene, unverwaltete Welt, in der es Platz gibt für staatenlose Utopien, in der Ideen und Pläne für eine bessere Welt – wohlgedüngt mit fermentiertem Biokompost – gedeihen können.

 

Rückzug/Widerstand, Abschottung/Freiraum, anarchischer Wildwuchs/regelhafte Gestaltung, Nostalgie/Vision sind die Pole, in deren Spannungsfeld Markus Heinzelmann und das Ensemble des Theater-Kleingartens auf die Suche gegangen sind: Vor die (fiktive) Möglichkeit gestellt, einen Ort voraussetzungsfrei neu zu denken, untersuchen sie Strukturen, die unser Zusammenleben bestimmen. Welche Gründe gibt es, sich aus ihnen (komplett) lossagen zu wollen, etwas Eigenes, ganz Anderes zu starten? Ausgehend von der These, dass parallel stattfindende Bewegungen unserer immer weiter auseinanderdriftenden Gesellschaft ihre Ursachen vielleicht in ähnlich gelagerten Problemen haben, arbeitet sich in »Reich und Himmel« eine Truppe von Überforderten an einer Fülle von Fragen, Wünschen und Hoffnungen ab: Was bräuchte es für einen Gesellschafts-Neustart? Und was wäre unbedingt zu vermeiden? Könnten wir vorurteilsfrei wieder solidarisch zusammenfinden? Wie frei können wir denken? Und sind unsere Gedankenstrukturen überhaupt zu trennen von Ideologie? Welche verbindlichen Wertesysteme stünden uns neben den – allzuoft als »naturgegeben« empfundenen – (An)Forderungen einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft dafür zur Verfügung? Sind z.B. Religionen diesbezüglich von Bedeutung? »Heimat« ist ein beunruhigend diffuses Gebilde. Brauchen wir es? Der Heimatbegriff ist in vielerlei Hinsicht ein belasteter. Lässt er sich zurückerobern? Und muss/kann »Heimat« (ähnlich wie »Utopie«) vielleicht gar nicht als konkreter Ort gedacht werden? 

 

Aufführungsdauer: ca. 90 Minuten, keine Pause

 

 

Einige Materialien, die das Kleingarten-Rechercheprojekt befeuert haben:

 

Bücher:

Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Nachwort von Volker Weiß, Berlin (Suhrkamp) 2019.

Amadeu-Antonio-Stiftung: Reichsbuerger und Souveränisten. Basiswissen und Handlungsstrategien. 2019.

Zygmunt Bauman: Retrotopia. Berlin (Suhrkamp) 2017.

Rutger Bregman: Utopien für Realisten: Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen. Reinbek (Rowohlt) 2017.

Felix Finkbeiner: Alles würde gut. Wie Kinder die Welt verändern können. Eine Streitschrift. 2013.

Robert Habeck: Wer wir sein könnten. Warum unsere Demokratie eine offene und vielfältige Sprache braucht. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 2018.

Yuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert. München (C.H. Beck) 2019.

Yuval Noah Harari: Homo deus. Eine Geschichte von Morgen. München (C.H. Beck) 2018.

Hanna Herbst: Feministin sagt man nicht. Wien (Brandstätter) 2018.

Gerald Hüther: Kommunale Intelligenz. Potenzialentfaltung in Städten und Gemeinden. Hamburg (Edition Körber) 2013.

Cornelia Koppetsch: Die Gesellschaft des Zorns. Rechtspopulismus im globalen Zeitalter. Bielefeld (transcript Verlag) 2019.

Pankaj Mishra: Das Zeitalter des Zorns: Eine Geschichte der Gegenwart. Frankfurt/M. (Fischer) 2017.

Hans Rosling: Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Berlin (Ullstein) 2018.

Jean Ziegler: Ändere die Welt! München (C. Bertelsmann Verlag) 2015.

Jean Ziegler: Was ist so schlimm am Kapitalismus? München (C. Bertelsmann Verlag) 2019.

Daniel Pascal Zorn: Logik für Demokraten. Eine Anleitung. Stuttgart (Klett-Cotta) 2017.

 

Filme:

Danny Wallace: How to start your own country. 6-teilige Comedy-Doku, BBC, London 2005. Hier abrufbar: vimeo.com/128427174

Cyril Dion und Mélanie Laurent: Tomorrow. Die Welt ist voller Lösungen, 2016.

 

 

 

 

 

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