Reich und Himmel Staatstheater Braunschweig Spielzeit 2019/20 | ©Joseph Ruben
 
Schauspiel

Reich und Himmel

 
Alle Termine
Sonntag, 22.09.2019
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Sonntag, 29.09.2019
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Freitag, 18.10.2019
20:30 Uhr, Aquarium
Einführung 20:00 Uhr
Samstag, 19.10.2019
20:30 Uhr, Aquarium
Einführung 20:00 Uhr
Dienstag, 29.10.2019
20:00 Uhr, Aquarium
Einführung 19:30 Uhr
Samstag, 25.04.2020
20:00 Uhr, Aquarium
Gewählter Termin close

Premiere

Sonntag, 15.09.2019 um 20:00 Uhr

Aquarium

Einführung 19:30 Uhr | anschließend Premierenfeier

Ein Projekt von Markus Heinzelmann und Ensemble

 

Hier. Unter freiem Himmel dem Boden so nah. Dem Blut und Boden der Bürger. Den Boden greift sich ein Verein, denn eine Vereinsgründung ist immer ein guter Anfang. Der Verein braucht einen Ort: eine Kleingartenkolonie, die ein eigener Organismus ist, ein eigenes Reich. Mit Regeln und Grenzen. Aber ohne Bundesrepublik, also ohne Steuern und Waffenbesitzkarten, entsteht eine abgeschlossene, unverwaltete Welt – mit Funktionsträgern. Ohne Grundgesetz, dafür mit Protokollführern und Kassenwarten. Der tiefe Staat bleibt draußen, weil da die Maulwürfe sind, im tiefen Staat. Draußen in der Republik stehen die unter Naturschutz. Hier nicht. Hier ist der Staat ein Nichts. Hier ist Platz für staatenlose Utopien, libertäre wie ganz linke. Im »eingetragenen Verein« oder einfacher im »Verein bürgerlichen Rechts«?

 

Rückzug/Widerstand, Abschottung/Freiraum, anarchischer Wildwuchs/regelhafte Gestaltung, Nostalgie/Vision sind denn auch Pole, in deren Spannungsfeld Markus Heinzelmann und das Ensemble des Theater-Kleingartens auf die Suche gegangen sind: Vor die (fiktive) Möglichkeit gestellt, einen Ort voraussetzungsfrei neu zu denken, untersuchen sie Strukturen, die unser Zusammenleben bestimmen. Welche Gründe gibt es, sich aus ihnen (komplett) lossagen zu wollen, etwas Eigenes, ganz Anderes zu starten? Ausgehend von der These, dass parallel stattfindende Bewegungen unserer immer weiter auseinanderdriftenden Gesellschaft ihre Ursachen vielleicht in ähnlich gelagerten Problemen haben, arbeitet sich in Reich und Himmel eine Truppe von Überforderten an einer Fülle von Fragen, Wünschen und Hoffnungen ab: Was bräuchte es für einen Gesellschafts-Neustart? Und was wäre unbedingt zu vermeiden? Könnten wir vorurteilsfrei wieder solidarisch zusammenfinden? Wie frei können wir denken? Und sind unsere Gedankenstrukturen überhaupt zu trennen von Ideologie? Welche verbindlichen Wertesysteme stünden uns neben den – allzuoft als »naturgegeben« empfundenen – (An)Forderungen einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft dafür zur Verfügung? Sind z.B. Religionen diesbezüglich von Bedeutung? »Heimat« ist ein beunruhigend diffuses Gebilde. Brauchen wir es? Der Heimatbegriff ist in vielerlei Hinsicht ein belasteter. Lässt er sich zurückerobern? Und muss/kann »Heimat« (ähnlich wie »Utopie«) vielleicht gar nicht als konkreter Ort gedacht werden? 

 

- Katharina Gerschler

 

 

Aufführungsdauer: ca. 100 Minuten, keine Pause

 

Besetzung am 15.09.2019
Für die Ansicht abweichender Besetzungen bitte in der linken Spalte den gewüschten Termin auswählen.

keyboard_arrow_up

Die Veranstaltung wurde vorgemerkt

↦ Zu meinen gemerkten Veranstaltungen gehen
↦ Hinweis schließen