©Bettina Stoess
 
Staatsorchester

6. Sinfoniekonzert

 

 

Ludwig van Beethoven
Missa solemnis D-Dur op. 123


Musikalische Leitung Srba Dinić


Solist*innen Ekaterina Kudryavtseva (Sopran), Isabel Stüber Malagamba (Alt), Matthias Stier (Tenor), Jisang Ryu (Bass)
mit dem Chor des Staatstheaters Braunschweig und dem KonzertChor Braunschweig

 

NDR Kultur hat das Sinfoniekonzert live aufgezeichnet. Das Konzert zum Nachhören finden Sie hier.

Weller für Okerwelle: Das Interview mit Orchesterdirektor Martin Weller zum 6. Sinfoniekonzert finden Sie hier.

 

Einen Höhepunkt des sinfonischen Beethovenjahres am Staatstheater Braunschweig bildet die »Missa solemnis« des Komponisten, die 2020 erstmalig in der Sinfoniekonzertreihe des Staatsorchesters erklingen wird. Beethoven selbst bezeichnete sie in seinen letzten Lebensjahren mehrfach als sein »größtes Werk« und das »gelungenste meiner Geistesprodukte« – und tatsächlich übersteigt das Stück an Umfang und Komplexität vergleichbare Sakralkompositionen bei weitem. Ursprünglich zur Inthronisierung seines engen Freundes, Schülers und Förderers Erzherzog Rudolph von Österreich vorgesehen, verpasste Beethovens monumentale Arbeit den angedachten Zeitpunkt der Fertigstellung und wurde erst vier Jahre später, am 20. April 1824, im Rahmen eines geistlichen Fastenkonzerts in St. Petersburg uraufgeführt. Diese vier Jahre nutzte ihr Autor jedoch zur intensiven Vorbereitung: Er studierte in der Notenbibliothek des Erzherzogs die gesammelte Kirchenmusik von der Gregorianik über Palestrina, Bach und Händel bis zu Haydn, las musiktheoretische Traktate, arbeitete sich in die alten Kirchentonarten ein, notierte den genauen Messetext, wobei er betonte und unbetonte Silben markierte, und fertigte eine neue deutsche Übersetzung mit verschiedenen Bedeutungsnuancen einzelner lateinischer Wörter an. Für Beethoven zählte in dem längst bekannten Text jedes Wort; jeder Satz hatte seine explizite Bedeutung, der musikalisch nachzugehen war. Das Ergebnis ist eine gleichsam überlebensgroße Messe, die das Publikum durch ihre Länge, Detailversessenheit und Ausdruckswut, ihre eigenartige Mischung aus Strenge und Freiheit im Umgang mit dem liturgischen Text schier überwältigt.

 

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