©THOMAS.M.JAUK
 
Staatsorchester

8. Sinfoniekonzert

 
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Montag, 15.04.2019 um 20:00 Uhr

Stadthalle

Einführung 19:15 Uhr

Aktuell keine Termine geplant.

Termine

Zyklus Tschaikowsky / Zyklus Oper im Konzert

 

Peter I. Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 29 »Polnische«

Nikolai Rimski-Korsakow
Ausschnitte aus der Oper »Der goldene Hahn«

Musikalische Leitung: Srba Dinić
GesangssolistInnen: Alla Pershikova, Anna Koshkina, Michael Ha, Alexey Dedov

»Weller für Okerwelle« – Orchesterdirektor Martin Weller im Interview zum 8. Sinfoniekonzert bei Radio Okerwelle ...

Die Polonaise (italienisch: Polacca) untermalte traditionell nicht nur die Feste des Adels, sie war auch ein Volkstanz und schon bei Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann oder Chopin beliebt. Trotz ihrer Aufwertung mittels Kunstmusik könnte es sein, dass Tschaikowsky von einer ländlichen Szene zum Finale der dritten Sinfonie inspiriert wurde, verbrachte er doch die Zeit ab Beginn der Entstehung 1875 in ukrainischen Gebieten, in denen zu der Zeit noch viele polnische Landeigentümer lebten.

Tschaikowsky überschrieb das Finale zunächst mit »Allegro con tempo di Polacca«, verbesserte dies dann jedoch in »Alla Polacca«. Der Satz enthält extensive Fugen-Passagen, als wollte der Komponist seine Fähigkeiten in der gelehrten Schreibweise unter Beweis stellen. Bis heute steht dieses Werk im Schatten der berühmteren Sinfonien Tschaikowskys. Zu ihren Bewunderern zählen aber renommierte Komponistenkollegen wie etwa Igor Strawinsky, der vermutlich vor allem die ballettähnlichen Szenen in dem Stück zu schätzen wusste.

Ein enger künstlerischer Partner Strawinskys war es auch, der mit einer Aufführung des »Goldenen Hahns« von Nikolai Rimski-Korsakow fünf Jahre nach der Uraufführung 1909 die Musikwelt in Aufruhr versetzte: Sergej Diaghilev und seine Ballets Russes interpretierten alle Partien der Oper stumm, während die Gesangssolisten mit Noten in der Hand an der Seite der Bühne standen. Mit einer derart experimentellen Darbietung sorgten sie international für Aufsehen und sollten die Musiktheaterwelt nachhaltig revolutionieren. Der Komponist Rimski-Korsakow selbst hingegen durfte sein Werk nie auf der Bühne erleben. Er nannte seine Oper zwar »das reinste Märchen«, aber die Politsatire war so voll von musikalischem und inhaltlichen Sprengstoff, dass die Zensur im zaristischen Russland dieses Werk nicht auf die Bühne ließ.

 

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