©Björn Hickmann/ stage picture
 
Schauspiel

Alles, was wir geben mussten

 
Termine
Donnerstag, 16.12.2021
19:30 Uhr, Kleines Haus
ausverkauft
Freitag, 07.01.2022
19:30 Uhr, Kleines Haus
Einführung 30 Minuten vor Beginn
Freitag, 14.01.2022
19:30 Uhr, Kleines Haus
Donnerstag, 20.01.2022
19:30 Uhr, Kleines Haus
zum letzten Mal
Einführung 30 Minuten vor Beginn

Kazuo Ishiguro

für die Bühne bearbeitet von Felicitas Brucker

 

Hailsham, South Essex. Hier, in einem typischen englischen Internat wachsen Kathy, Tommy und Ruth heran. Gut behütet in diesem scheinbaren Idyll, gedeiht ihre Freundschaft. Wie alle Jugendlichen ringen sie um Anerkennung und Zuneigung und kämpfen gegen die Feindseligkeiten des Alltags. Und dennoch scheint etwas Rätselhaftes über den Schüler:innen von Hailsham zu liegen wie dunkler Nebel. Stück für Stück entdecken Kathy, Tommy und Ruth das Geheimnis ihres Lebens – ihre grausame Bestimmung.

 

Worum handelt es sich hier? Eine Internatsgeschichte mit den gängigen Freundschaften, gegenseitigen Verletzungen und der ersten Verliebtheit? Oder ist Kazuo Ishiguros Roman von 2005 ein Wissenschaftskrimi, der eine ethisch entfesselte Medizin anprangert? Man verbindet sich unweigerlich mit Ishiguros Protagonist:innen Tommy, Ruth und Kathy, mit ihren Nöten, die an eigene Kindheits- und Jugenderinnerungen rühren. Der Jähzorn Tommys, der Inszenierungsdrang von Ruth oder Kathys mangelndes Selbstbewusstsein. Und doch gibt es eine Differenz zwischen dem Realen und dem Imaginierten, etwas zunächst nicht Fassbares. Über eine scheinbar bekannte Geschichte legt sich eine dunkle Zukunftsvision, in der Menschen auf ihre Verwertungsmöglichkeiten reduziert werden

 

Der Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro hat 2005 eine Geschichte über sehr aktuelle Fragen der Medizin geschrieben, die so emotional ist, dass man sich ihr einfach nicht entziehen kann. Ishiguro stellt die Frage nach dem, was einen Menschen ausmacht und welche ethischen Grenzen das wissenschaftlich Mögliche hat – Fragen, die nicht alleine von Wissenschaftler:innen beantwortet werden können, sondern die eine Gesellschaft immer wieder neu auszuhandeln hat.

 

Achtung: In der Produktion wird in mehreren Szenen Stroboskoplicht verwendet. Dies kann unter Umständen epileptische Anfälle auslösen.

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause

 

Zur Audioeinführung von Ursula Thinnes | 6 Minuten

 

 

Hinweis: Bitte beachten Sie unser Schutzkonzept, um Sie und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. Alle Informationen rund um Ihren Theaterbesuch und die für den Besuch benötigten Nachweise finden Sie hier. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Sie nur bei uns empfangen können, wenn Sie zur Einhaltung dieser Maßnahmen bereit sind. Vielen Dank!

 

Pressestimmen

»Mit verstörender Spielintensität taucht das Ensemble in die Rollen ein und nimmt die anrührend aussichtslose Coming-Of-Age-Story schonungslos ernst… Felicitas Brucker inszeniert die Sozialpsychologie der trägen Masse, die durch anerzogene Gewöhnung ein System der Unterdrückung, Ausbeutung bis hin zur Selbstaufgabe als selbstverständlich hinnimmt und durch Widerstandsverzicht bestätigt. So bekommt die Romanadaption einen höchst politischen Dreh – in dieser packenden, vor abgründig stummer Verzweiflung vibrierenden Inszenierung.«

»Das ist eine finstere Zukunftsvision. Beunruhigend von der ersten bis zur letzten Minute. Das geht unter die Haut. Der Beifall ist stark und groß.«

»Können (Klone) schöpferisch sein, Individualität entfalten, können sie lieben? Die Darsteller, an Intensität kaum zu überbieten, schaffen die Rückspiegelung dieser Frage von der Dystopie ins real Menschlich-Jugendliche. Sie spielen in der neonbeleuchteten, fahlfarbigen, allzeit videoüberwachten Trostlosigkeit eines leeren Schwimmbeckens mit viel Herzblut… Die Begeisterung des Publikums im Kleinen Haus des Staatstheaters war am Ende beträchtlich.«

Besetzung
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