©Volker Conradus
 
Schauspiel

Biedermann und die Brandstifter

 
Alle Termine
Samstag, 05.02.2022
19:30 Uhr, Großes Haus
Premiere
Samstag, 12.02.2022
19:30 Uhr, Großes Haus
Donnerstag, 24.02.2022
19:30 Uhr, Großes Haus

Einführung 30 Minuten vor Beginn, Zählkarten sind an der Theaterkasse erhältlich

ausverkauft
Samstag, 05.03.2022
19:30 Uhr, Großes Haus
Sonntag, 13.03.2022
18:00 Uhr, Großes Haus

Einführung 30 Minuten vor Beginn, Zählkarten sind an der Theaterkasse erhältlich

Sonntag, 24.04.2022
19:30 Uhr, Großes Haus
Sonntag, 15.05.2022
19:30 Uhr, Großes Haus

mit Audiodeskription

Mittwoch, 01.06.2022
19:30 Uhr, Großes Haus
Freitag, 10.06.2022
19:30 Uhr, Großes Haus
Gewählter Termin close

Einführungsmatinee

Sonntag, 23.01.2022 um 11:15 Uhr

Kleines Haus

Doppelmatinee mit »Was Nina wusste«

Max Frisch

 

»Wir sind bereit, nicht bloß den Urhebern unsrer Katastrophe eine volle Amnestie zu gewähren, sondern sogar uns selbst, indem wir alle historischen Katastrophen, die gewesenen wie die kommenden, als ein schlichtes Schicksal betrachten, als unvermeidlich.« Diese Sätze aus Max Frischs 1952 entstandenem Hörspiel »Herr Biedermann und die Brandstifter« fehlen zwar im fünf Jahre später uraufgeführten Stück, doch umschreiben sie das vielleicht zentralste Anliegen, das Frisch mit seiner Parabel verfolgte: den »unbescholtenen« Bürger und dessen Schönfärberei angesichts drohenden Unheils in die Verantwortung zu nehmen.

 

Erzählt wird vom Fabrikanten Biedermann und seiner Frau, in deren Stadt Brandstifter ihr Unwesen treiben, Häuser okkupieren und dann anzünden. Auch Biedermann erhält eines Tages Besuch von einem Fremden, zu dem sich bald noch ein zweiter gesellt. Sie nisten sich ein und verfolgen lustvoll einen Plan, der die Anschaffung von Petroleumfässern und Zündschnüren vorsieht. Und sie tun dies direkt vor den Augen Biedermanns, der die Bedrohung einfach nicht wahrhaben will.

 

In Markus Heinzelmanns Inszenierung wird das groteske Spiel durch eine Live-Kamera wie unter ein Brennglas gerückt. Dazwischen agiert ein Chor, der mit der Frage ringt, was die Welt eigentlich braucht, damit sie eine Zukunft hat? Indem die Chorist:innen mahnen und warnen, reiben sie sich an Biedermanns neoliberaler Selbstbezogenheit, ohne Gehör finden zu können. Und so bewegen wir uns weiter zwischen gewesenen und kommenden Katastrophen; nicht wissend, wie nahe wir dabei bereits dem Abgrund gekommen sind…

 

Max Frischs »Lehrstück ohne Lehre« ist ein böser, lustiger Streich, eine clowneske Zuspitzung. Vor zwanzig Jahren hätte man nicht geglaubt, dass es heute wieder ein Zeitstück ist. Immer frecher agieren Populist:innen, die sich als repräsentativ für »das Volk« verstehen und das demokratische Miteinander mit Füßen treten. Und wie Biedermann verliert sich nach wie vor ein zu großer Teil des »aufgeklärten« Bürgertums angesichts dieser Schamlosigkeiten in Schönfärberei und Verharmlosung.

 

Markus Heinzelmann entwickelte am Staatstheater Braunschweig bisher als kollektives Projekt den Abend »Reich und Himmel« und führte gemeinsam mit Bo Wiget Regie bei »Sgt. Pepperʼs Lonely Hearts Come Back«. Mit seiner Inszenierung von »Andorra«, 2016 am Saarländischen Staatstheater, hat er schon einmal die bestürzende Aktualität des Autors Max Frisch unter Beweis gestellt.

 

 

Hinweis: Bitte beachten Sie unser Schutzkonzept, um Sie und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. Alle Informationen rund um Ihren Theaterbesuch und die für den Besuch benötigten Nachweise finden Sie hier. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Sie nur bei uns empfangen können, wenn Sie zur Einhaltung dieser Maßnahmen bereit sind. Vielen Dank!

 

Besetzung
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