Die Nashörner | ©Thomas M. Jauk/Stage Picture
 
Schauspiel

Die Nashörner

 
Gewählter Termin close

Sonntag, 10.02.2019
18:00 bis 19:45 Uhr

Großes Haus

Einführung 17:30 Uhr

Aktuell keine Termine geplant.

Termine

Eugène Ionesco

 

Der Verlagsangestellte Behringer erlebt, wie Kommunikationsschwierigkeiten, beruflich wie privat, plötzlich zu einer beklemmenden Konformität führen. Gleichzeitig verbreitet eine wachsende Schar von Nashörnern Angst und Schrecken, weil sie buchstäblich über alles hinwegtrampeln.

Galt Ionescos Stück zur Zeit seiner Entstehung als Groteske über Totalitarismus und Gleichschaltung, so liest es sich heute als Parabel über den Verfall des Diskurses. In Zeiten anonymisierter Echo-Räume, in denen die schlimmsten Polemiker Diskurshoheit für sich reklamieren, wird das Bemühen um einen konstruktiven Dialog von diesen wutschnaubenden Dickhäutern immer dreister niedergetrampelt.

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause

Begleitmaterial für PädagogInnen sowie Workshopangebote erhalten Sie auf Anfrage beim Jungen Staatstheater unter theaterfieber@staatstheater-braunschweig.de

 

Pressestimmen

»Bei seiner Neuinszenierung im Großen Haus des Staatstheaters versucht Braunschweigs Schauspielchef Christoph Diem, die Zwischentöne herauszuarbeiten: jene Mechanismen, die auch bei populistischen Kampagnen und hysterischen Meinungsblasen in den sozialen Netzwerken greifen. Bei ihm sind »Die Nashörner« vor allem ein Stück über scheiternde Kommunikation. [...] Regisseur Diem nutzt Filmprojektionen, Störsignale, Licht- und Klangeffekte, um die Desintegration der Gesellschaft und das lärmende Aufkommen der Nashörner anschaulich zu machen. Bohrende oder schrille Geräusche und verwackelte Bilder unterminieren die Gespräche, lassen die Stimmung allmählich aus der 08/15-Bar-, Büro oder Wohnzimmeratmosphäre ins Irreale kippen. »Die Nashörner« werden zum Vexierspiel von Wirklichkeit und Einbildung.«

»Die Braunschweiger Inszenierung hält sich dennoch im Kern eng an die originale Dramaturgie, die Regisseur Diem als eine Art absurde Komödie versteht. Die mitunter recht krawallige und streckenweise laute Braunschweiger Inszenierung bietet trotz des ernsten Themas reichlich Anlass herzhaft zu lachen. [...] Flankiert von apokalyptischen Weltuntergangsklängen, Stroboskoplicht und Theaternebel brilliert Schauspieler Johannes Kienast hier vor allem mit seiner Stimme und einer von Zuckungen begleiteten heftigen Körpersprache. [...] Das ist unterhaltsam - und sehr zeitgenössisch.«

»Regisseur Christoph Diem hat Eugène Ionescos absurdes Schauspiel aus dem Jahr 1957 in der Jetzt-Zeit angesiedelt und nach Braunschweig verlegt. Und damit aus dem gern als Totalitarismus-Kritik verstandenen Stück ein springlebendiges Werk für die Neuzeit gemacht. [...] Langer Applaus für ein heute wieder sehr modernes Stück. Unbedingt ansehen. Die kurzweilige Inszenierung und die grandiosen Darsteller erhöhen das Vergnügen.«

Besetzung
keyboard_arrow_up

Die Veranstaltung wurde vorgemerkt

↦ Zu meinen gemerkten Veranstaltungen gehen
↦ Hinweis schließen