©Thomas M. Jauk
 
Schauspiel

Die Polizey

 
Alle Termine
Freitag, 27.05.2022
19:30 Uhr, Kleines Haus

Einführung 30 Minuten vor Beginn und anschließendes Nachgespräch, Zählkarten an der Theaterkasse erhältlich

Samstag, 11.06.2022
19:30 Uhr, Kleines Haus
Donnerstag, 16.06.2022
19:30 Uhr, Kleines Haus
Sonntag, 19.06.2022
18:00 Uhr, Kleines Haus
zum letzten Mal

mit anschließendem Nachgespräch

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Mittwoch, 18.05.2022 um 19:30 Uhr

Kleines Haus

mit anschließendem Nachgespräch

Björn SC Deigner

Nach Friedrich Schiller

 

Die Polizei, so wie wir sie bis heute als Organisation innerhalb der Exekutive wahrnehmen, hat sich infolge der Französischen Revolution gegen Ende des 18. Jahrhunderts ausgebildet. Und gleich der erste Polizeichef war ein Mörder, Spitzel und Hochstapler: Vidocq. Der Geist der Denunziation wird dem Polizeiwesen von allem Anfang an als eine wesentliche Konstante eingeimpft; genauso eine Mentalität der Abschottung nach außen. Friedrich Schiller hat dies bereits 1800 in seinem Fragment »Die Polizey« thematisiert. Auf dieses Fragment Schillers bezieht sich Björn SC Deigner. Er lässt einen Chor agieren, aus dem heraus die Spielenden treten, um einen Bogen von den Anfängen des Polizeiwesens bis in die Gegenwart zu spannen und eine Geschichte permanenter Rechtsverletzungen und Grenzüberschreitungen zu erzählen.

 

Vom Drill im Wilhelminischen Kaiserreich mit Hetze gegen alles »Rote« oder »Proletarische« bis hin zu faschistischen Positionen einzelner Polizeibeamt:innen im Zuge des NSU-Prozesses: Das Stück ist beeindruckend in seiner Konstruktion und in der präzisen Zuspitzung. Es hat einen geradezu furchterregenden Groove – und lässt keinen Raum zur Distanzierung vom Geschilderten.

 

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 20 Minuten, keine Pause

 

Zur Audioeinführung von Holger Schröder | 6 Minuten

 

 

Hinweis: Bitte beachten Sie unser Schutzkonzept, um Sie und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. Alle Informationen rund um Ihren Theaterbesuch und die für den Besuch benötigten Nachweise finden Sie hier. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Sie nur bei uns empfangen können, wenn Sie zur Einhaltung dieser Maßnahmen bereit sind. Vielen Dank!

 

Pressestimmen

»Björn SC Deigner hat spannende Szenen geschaffen und sprachlich kunstvoll aus Realem und Grundsätzlichem kurzgeschlossen. Regisseur Christoph Diem gelingt es mit seinem baseballmäßig wattierten Ensemble immer wieder neue Konstellationen von merkwürdiger Schaukraft zu choreographieren. Beklemmend etwa gelingt jene Episode einer von den Nazis missbrauchten Ordnungspolizei bei der massenweisen Erschießung jüdischer Kinder in einem Waldstück. Valentin Fruntke macht die Qualen des zum Mitmachen nicht mehr fähigen Polizisten einfühlsam deutlich. Und Heiner Take spielt ebenso sensibel einen Major, der Verständnis dafür hat und selbst in der Qual von Befehlen steckt, die er eigentlich nicht verantworten will. Beide haben zu spät nein gesagt, der Weg zum Widerstand ist in diesen Strukturen weit. Szenen von solcher Spannkraft sind Schillers würdig.«

»Die Polizisten sind nicht die Verkörperung des Bösen, aber warum sie doch zum Handlanger des Bösen werden können, darauf gibt dieses Stück zumindest den Versuch einer Antwort… Der größte Vorzug von Björn SC Deigners Arbeit liegt in seiner enormen sprachlichen Begabung. Der Rhythmus der Szenenfolgen verrät ein musikalisches Geschick... Mit Lakonie und einfacher, aber kraftvoller Sprache dringt Deigner weit vor ins Zentrum seines Gegenstands: »und Pflicht ist Gesetz / und Gesetz ist ein Messer / das schneidet schärfer durch / Fleisch als jedes Metall«.

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