©Thomas M. Jauk/Stage Picture
 
Musiktheater

L'Invisible

 
Gewählter Termin close

Samstag, 01.06.2019
19:30 bis 21:00 Uhr

Großes Haus

Einführung 18:45 Uhr

NOTES – Festival für zeitgenössische Musik

Aktuell keine Termine geplant.

Termine

Trilogie lyrique von Aribert Reimann
nach Maurice Maeterlinck
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

In seinem jüngsten, 2017 uraufgeführten und überragend aufgenommenen Werk hat Aribert Reimann erneut Stoffe der Weltliteratur für die Opernbühne bearbeitet: Drei Dramen von Maurice Maeterlinck verbindet er zu einem eindringlichen und musikalisch intensiven Musiktheater über den Umgang mit dem Tod und die damit einhergehenden Gefühle von Trauer, Angst und Hilflosigkeit, wobei besonders den Gesangsstimmen Raum zur differenzierten Gestaltung gegeben wird. Die Produktion »L’Invisible« ist eine Zweitaufführung und eröffnet das Festival »Notes« 2019.

Bitte beachten Sie: Bei den Sitzplätzen über dem Orchestergraben (Reihe 1–3) haben Sie nur eingeschränkte Sicht auf die Übertitel. 

 

Pressestimmen

»Bei diesem Abend muss man von hinten anfangen. Applaus, Verbeugung. Der Komponist Aribert Reimann erscheint auf der Bühne, er legt die Hände zusammen, ist ganz und gar personifizierte Glückseligkeit, kommt nicht mehr aus dem Grinsen heraus. Seine erste herzliche Umarmung gilt der ebenfalls grinsenden Regisseurin Tatjana Gürbaca, die gerade meisterhaft gezeigt hat, wie sensible, kluge und zielstrebige, aber keinesfalls übergriffige Regie funktioniert. Als Zweites umarmt der 83-Jährige die Sopranistin Jelena Banković, die mit ihrer besonders wohligen, an fließenden Honig erinnernden Stimme und der sprudelnden Energie das Geschehen auf der Bühne des Staatstheaters Braunschweig zentrierte. Danach dreht sich Reimann zu den Musikern des Staatsorchesters um, die hier auf der Bühne sitzen. Wenn er könnte, würde er sie vermutlich auch alle miteinander mit einer großen Umarmung bedenken. […]
Regisseurin Gürbaca setzt auf Konkretes. Sie sieht ihre Aufgabe darin, die Erzählstruktur des komplexen Stücks so klar wie möglich vor dem Publikum auszubreiten. Deshalb verlangt sie ihren Darstellern viel emotionales Spiel ab, das sie mit den rhythmisch anspruchsvollen, zaudernden und oft unmelodischen Gesangspartien vereinbaren müssen. Jelena Banković zeigt besonders in der Rolle der Ygraine im letzten Teil, wie das geht. Gerade hat Ygraine ihren kleinen Bruder für immer an die unheilbringende Großmutter verloren. Banković steigt mit wütendem Blick auf die Bank in der Mitte der Bühne, legt größtmögliche Besorgnis in ihre Stimme, ballt die Fäuste und entsendet ihren für diese Rolle eigentlich zu lieblichen, aber gerade darum so passenden Sopran in die Stille. Ein ganz besonderer Moment von Intimität. Der Tod lädt hier nicht zum Lachen ein. Reimanns und Gürbacas glückliches Lächeln direkt im Anschluss ist trotzdem ansteckend. Vielleicht ist es der lockere Umgang mit dem Thema. Videoeinspielungen des chinesischen Künstlers Yang Zhenzhong auf großer Leinwand sollen das wohl verdeutlichen. Darin sprechen einzelne Menschen den Satz »Ich werde sterben« in die Kamera. Vielleicht ist es aber auch der dahinter schimmernde Ernst gegenüber dem Tod. Und das bedeutet auch, wie die Regisseurin Tatjana Gürbaca selbst sagt: »Das Leben zu feiern.«

»Vor allem ist diese Oper ein Fest der Stimmen. Das Staatstheater bringt Aribert Reimanns ›L’Invisible‹ als zweites Haus und weiß damit musikalisch Staat zu machen. Wenn Jelena Banković ihren frei flutenden Sopran mühelos bis in höchste Höhen schraubt, ihm auch bei Koloraturen und Tonsprüngen eine angenehm weiche Fülle gibt, ist das nicht nur feinste Gesangskunst, sondern charakterisiert auch aufs schönste die fürsorgliche Schwester, die besonders im dritten Teil als Ygraine für ihren vom Tod bedrohten kleinen Bruder eintritt.
Und die Todesboten singen die drei Countertenöre Zvi Emanuel-Marial, Konstantin Derri und Rik Willebrords mit so herrlich harmonierenden, wie im Madrigal geführten Stimmen, dass man ein Gefühl dafür bekommt, dass des Todes Gefährlichkeit weniger im Erschrecken als in der Hingabe, in der widerstandsbrechenden Erlösung liegt.
Samuel Levines Tenor als Onkel wird zusehends geschmeidiger, Zenyi Hou und Dorothea Spilger ergänzen mit satten Mezzi. Dazu erden Vincenzo Neri mit kräftigem Bariton als Vater, und Jisang Ryu mit substanzvollem Bass als Alter die dreiteilige Handlung, in der Aribert Reimann auf Dramentexte von Maurice Maeterlinck vom Eindringen des Todes in die Wirklichkeit erzählt.
Das Staatsorchester ist hinter den Sängern auf der Bühne platziert, so dass die Klänge von weiterher kommen, aber das mit großer klanglicher Präsenz. Srba Dinić gewährt ihnen eine gewisse Süffigkeit, das ist sehr angebracht und unterstützt den Todessog, den Reimann in seiner Trilogie von Stück zu Stück steigert.«

Gefördert durch:
Besetzung am 01.06.2019
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