©Bettina Stoess
 
Tanztheater

Narben

 
Termine
Sonntag, 21.11.2021
18:00 Uhr, Kleines Haus
Donnerstag, 02.12.2021
19:30 Uhr, Kleines Haus
Freitag, 21.01.2022
19:30 Uhr, Kleines Haus
Sonntag, 23.01.2022
18:00 Uhr, Kleines Haus

Ein Stück von Katharina Kern, Jörg Wesemüller, Gregor Zöllig

in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel

 

Nachdem Doras Bruder per Anruf aus dem Krankenhaus gebeten wird, seine Schwester nach einer Auseinandersetzung mit deren Ehemann abzuholen, werden nicht nur die Narben auf Doras verbranntem Gesicht erkennbar. Vielmehr erzählen sie stellvertretend von den Verwundungen an Frauenkörpern, die mit der mythischen Gestalt Pandoras begannen und in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft hineinreichen. Doras Narben heilen langsam. Leise stickt und näht sie mit einer Nadel, die manchmal auch ihren Oberschenkel durchbohrt. Nach und nach bettet der Faden den Körper in eine Landschaft, in der alles eins wird, in der sich die Knoten des Fadens zu einer Geschichte verbinden. Der Kontakt zu ihrem Bruder ist derweil von Fragen, Vorwürfen und Unverständnis geprägt. Doras Bruder sucht; nach Antworten, nach Handlungsanweisungen, nach Vergangenem und Zukünftigem. Dora ist da und nicht da. Man hört Menschen reden, doch niemand versteht die Sprache des:r anderen. Die Suche nach den Narben der Kindheit, der Weiblichkeit, des Alleinseins und der Landschaft münden nicht nur in der persönlichen Geschichte dieses Geschwisterpaares, sondern auch in einer politischen Dimension unserer Zeit, in der alle Menschen heilen wollen. – Die spartenübergreifende Stückentwicklung zwischen Schauspiel und Tanztheater unter der künstlerischen Leitung von Gregor Zöllig und Jörg Wesemüller greift den Zusammenhang von Erfahrung, Erinnerung und Körper auf. Sie liest Narben als Zeichen gewonnener Schlachten und überwundener Hindernisse. Sie feiert Narben als Trophäen des Überlebens, der Entwicklung, und kämpft um die Schönheit des Beschädigten.

 

Für die Uraufführung »Narben« hat die junge Autorin Katharina Kern, die 2020 den Sonderpreis für Studierende des Szenischen Schreibens im Rahmen des »Frankfurter Forum Junges Theater« erhalten hat, einen Text geliefert, der nicht nur in den Körperarchiven unserer Haut fündig wird, sondern sich auch den Auswirkungen zuwendet, die die Wunden anderer auf uns haben.

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 25 Minuten, keine Pause

 

Zur Audioeinführung von Ira Goldbecher | 8 Minuten

 

Hinweis: Bitte beachten Sie unser Schutzkonzept, um Sie und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. Alle Informationen rund um Ihren Theaterbesuch und die für den Besuch benötigten Nachweise finden Sie hier. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Sie nur bei uns empfangen können, wenn Sie zur Einhaltung dieser Maßnahmen bereit sind. Vielen Dank!

 

Pressestimmen

»Stark wird es, … wenn die Tänzerinnen und Tänzer plötzlich im Gleichtakt die Ellenbogen ausschnellen lassen, die Füße in den Boden stampfen und so Kraft und Willen zeigen, sich nicht mehr misshandeln zu lassen. Das Ensemble schafft letztlich überzeugend eine aus dem Unterbewusstsein der Verletzung aufdämmernde Stimmung zwischen Traum und Gedankenarbeit, die neue Hoffnung gebiert.«

Besetzung
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