©Thomas M. Jauk
 
Schauspiel

Pfisters Mühle: Ein Heimatverein

 
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zum letzten Mal

Samstag, 19.02.2022 um 19:30 Uhr

Kleines Haus

Einführung 30 Minuten vor Beginn, Zählkarten sind an der Theaterkasse erhältlich

nach Wilhelm Raabe

für die Bühne bearbeitet von Rebekka David

 

Beschleunigtes Wachstum, Industrialisierung und veränderte Arbeitswelten durchziehen thematisch das Werk Wilhelm Raabes, der 40 Jahre in Braunschweig gelebt hat. Das genaue Gespür des Autors für Bruchkanten seiner Zeit zeigt auch »Pfisters Mühle«, der erste deutsche Umweltroman. Den darin beschriebenen Niedergang einer Wassermühle durch Industrieabwässer erlebte er hier unmittelbar. Eine Zuckerfabrik in Rautheim hatte sich in den 1880er Jahren vor Gericht für massives Fischsterben in der Wabe zu verantworten. Es ist aber nicht nur die mit der Industrialisierung einsetzende und bis heute fortwirkende Verwüstung von Landschaft und Natur, die Raabe an diesem Fall interessierte: Mit der Mühle seines alten Pfister endet auch eine Lebensform und mit ihr schwindet historisches Bewusstsein.


Der junge Ebert Pfister, in der Großstadt längst Teil einer entstehenden intellektuell-mobilen Elite, kommt nur noch zur Sommerfrische. »Wo bleiben alle die Bilder?« ist die leitmotivische Frage seiner Rückschau auf das verklärte »alte romantische Land«. Rebekka David (Bearbeitung und Regie) – in Braunschweig bekannt durch ihre Inszenierung von »FOMO oder Ich war nicht da als es geschah« – geht gemeinsam mit Robin Metzer (Bühne) und Florian Kiehl (Kostüme) der Aktualität des Phänomens der Zeitenwende nach. Was bedeuten »Heimat« und ihr Verlust? Wie konstruieren wir im Erinnern Vergangenheit? Übernehmen wir Verantwortung für die Gegenwart – und damit für unsere Zukunft?

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 50 Minuten, keine Pause

 

Zur Audioeinführung von Katharina Gerschler | 6 Minuten

 

 

»Pfisters Mühle: Ein Heimatverein« für das nachtkritik-Theatertreffen nominiert!

Als einzige niedersächsische Produktion ist unser Schauspiel »Pfisters Mühle: Ein Heimatverein« nach Wilhelm Raabe (Regie: Rebekka David) gemeinsam mit 35 weiteren Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum 15. virtuellen nachtkritik-Theatertreffen nominiert! Das Theatertreffen möchte besondere Inszenierungen festhalten und den Blick auf die wichtigsten Arbeiten des vergangenen Jahres richten.

 

Stimmen Sie ab!

Bis zum 28. Januar können Sie Ihr Votum abgeben und uns auf die Jahresbestenliste verhelfen: https://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=20516:nachtkritik-theatertreffen-2022&catid=222&Itemid=100190 . Wir freuen uns über Ihre Stimme!

 

»Den ersten deutschen Umweltroman am Ort seiner Entstehung auf die Bühne zu bringen, ist ein Ereignis – geschenkt. Rebekka Davids echtes Kunststück bei Dramatisierung und Inszenierung von Wilhelm Raabes »Pfisters Mühle« ist aber wohl, sich auch auf der Höhe der Klimadebatte nicht im Engagement zu verschanzen, sondern auch berechtigte Sorgen einzureihen in einen dichten Reigen aus Erinnerung, Verdrängtem und allerlei Projektion: eine nostalgische Nostalgiekritik über verlorene Heimat, Umwelt und Mensch-Sein, durch die auch noch eine außerordentlich zauberhafte Besetzung spukt«. (Jan-Paul Koopmann, nachtkritik.de)

 

 

 

 

Hinweis: Bitte beachten Sie unser Schutzkonzept, um Sie und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. Alle Informationen rund um Ihren Theaterbesuch und die für den Besuch benötigten Nachweise finden Sie hier. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Sie nur bei uns empfangen können, wenn Sie zur Einhaltung dieser Maßnahmen bereit sind. Vielen Dank!

 

Pressestimmen

»Dem Bühnenspiel geht es weniger um Historizität der Ereignisse, sondern ums Steckenbleiben in einer Vergangenheit, die ihr Versprechen auf Zukunft nicht mehr einlösen konnte. Dass in Braunschweig der Kunstgriff gelingt, den universellen Familienknast so nahtlos mit Fragen sich wandelnder Gesellschaften zu verzahnen, ist Verdienst einer durchweg großartigen Ensembleleistung. Beklemmend und bemerkenswert gegenwärtig.«

»Rebekka David unterzieht Wilhelm Raabes Text einem behutsamen Update: Sie lässt sich Zeit dabei und versucht nicht zwanghaft, ihn gegen den Strich zu lesen, sondern schiebt einfach nur ein paar Teile herum, bis eine dunkel-aktuelle Inszenierung dabei herauskommt, die sich nicht mit billiger Utopie oder einfachen Feindbildern zufrieden gibt, sondern den Bogen von der Moderne in die Postmoderne spannt, Motiven nachspürt, Textbewegungen beobachtet.«

»Rebekka David geht (an den Stoff) erfrischend respektlos und unsentimental ran. Der Zusammenprall zwischen altem Roman und junger Regie schlägt Funken.«

Besetzung am 19.02.2022
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