© Lukas Pergande
 
Schauspiel

Thementage: Die große Transformation

 

Die Spurensuche »Wandel[n]« ist am 24. und 25.04. ganztägig verfügbar.

 

Die 4. Thementage am Staatstheater Braunschweig finden passend zum Thema und zur Gesamtsituation online statt. Wir suchen Strategien für eine Gesellschaft im Wandel und beschäftigen uns mit Transformationsprozessen in den Bereichen Teilhabe, Digitalität und Nachhaltigkeit und ihrem Einfluss auf die Theaterarbeit. Wir fragen: Wie umfassend muss der Umbruch sein, den wir für eine sozial und ökologisch gerechte Welt brauchen? Welche Errungenschaften gilt es zu verteidigen – und welche Prozesse können wir auf dem Weg wie mitgestalten? Wie sorgen wir dafür, dass aus Angstthemen Zukunftsthemen werden?

 

In drei Online-Veranstaltungen zu den Themen Teilhabe, Nachhaltigkeit und Digitalität wollen wir diskutieren und nachdenken. Wir laden jeweils drei Expert:innen ein – Wissenschaftler:innen, Künstler:innen, Praktiker:innen – und fragen sie nach ihren Erfahrungen und ihrem Umgang mit der »großen Transformation«. Damit diese gelingt, können wir aber nicht nur mit Expert:innen sprechen – innerhalb der verschiedenen Veranstaltungen wollen wir aktiv miteinander ins Gespräch kommen, diskutieren und gemeinsam produktiv daran arbeiten, die Veränderungen positiv mitzugestalten. Denn: Damit die große Transformation gelingt, braucht es jede:n Einzelne:n von uns. Wir wollen versuchen, ein Netzwerk zu bilden zwischen Menschen, die Lust haben, etwas zu machen, und Akteur:innen, die schon längst etwas tun, zwischen Theatermenschen und städtischen Initiativen, zwischen Kultureinrichtungen und Wissenschaftler:innen. Wir wollen Anstifter:innen sein für Projekte, die die große Transformation mitgestalten.

 

Auch außerhalb der drei Online-Veranstaltungen kann in kleinen Gruppen gemeinsam diskutiert, kommentiert und weitergedacht werden: Es wird eine offen zugängliche Pinnwand zum Thema sowie ein digitales Festivalzentrum mit verschiedenen Räumen zum persönlichen Gespräch geben. Außerdem ermöglicht es die App Actionbound, in der eigenen Nachbarschaft zu »Wandel[n]« und sie dabei unter dem Aspekt der »Transformation« neu wahrzunehmen.

 

Eine Anmeldung zu den Online-Veranstaltungen ist bis zum 22.04.2021 an annikajakobs@staatstheater-braunschweig.de möglich. Hierfür brauchen wir nur eine kurze formlose E-Mail mit eurem Namen sowie der Angabe, an welchen Online-Veranstaltungen ihr teilnehmen möchtet. Der Einladungslink zu den Veranstaltungen wird am 23.04. verschickt. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Panel »Teilhabe«

24.04. | 14-16 Uhr

 

Wer darf wen auf der Bühne repräsentieren? Wer kriegt welche Rollen? Wer spielt warum was – und für wen? Wer schafft wie gerechte Entscheidungsräume? Und wer ist eigentlich unser Publikum, wenn wir es entkoppeln von der stillschweigenden Annahme, dass es unveränderbar die weiße, heteronormative Dominanzgesellschaft repräsentiert? Wie durchlässig ist das Theater in einer einerseits postmigrantischen Gesellschaft, die andererseits durchzogen ist von rassistischen Angriffen?

 

Keynote-Speaker:in für das Panel »Teilhabe« ist Alice Hasters. Sie studierte Journalismus in München und arbeitet u.a. für die Tagesschau und den RBB. Mit Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast Feuer&Brot über Feminismus und Popkultur. 2019 veröffentlichte sie ihr Buch »Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten«.

 

Reflexionen auf Alice Hasters Beitrag und Einblicke in ihre eigenen Arbeitsgebiete und Erfahrungen geben Céline Bartholomaeus, Theatervermittlerin am Staatstheater, Lehrbeauftragte an der HBK Braunschweig und Gründungsmitglied der rassismuskritischen Bildungsinitiative »Amo – Braunschweig Postkolonial«, sowie Isabelle C. M. Lohrengel, Kunststudentin, Fotografin und im AStA der Universität Hildesheim Referentin für den Bereich Inklusion.

 

Panel »Nachhaltigkeit«

24.04. | 17-19 Uhr

 

Manifestiert sich Nachhaltigkeit am Theater erstmal nur darin, wie wir den ökologischen Fußabdruck minimieren? Auf wessen Kosten produzieren wir überhaupt  unsere Kunst? Wie nachhaltig ist es, ein Theater zu finanzieren? Sollten wir unsere Infrastrukturen auch anderen Produzierenden von Kunst zur Verfügung stellen? Bedeutet Nachhaltigkeit nicht auch zwingend Durchlässigkeit?

 

Keynote-Speaker für das Panel »Nachhaltigkeit« ist Bijan Kaffenberger. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt am Main und arbeitete als Referent für Breitbandausbau und Digitalisierung am Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft. Seit 2019 ist er Mitglied des Hessischen Landtags.

 

Reflexionen auf Bijan Kaffenbergers Beitrag und Einblicke in ihre eigenen Arbeitsgebiete und Erfahrungen geben Meike Frenkel und Lena Bruns, Architektinnen im Braunschweiger Amsel-Kollektiv, sowie Clara Mannott und Frida Rempel von der Initiative schrill. Ein weiterer Reflektor ist Thomas Köck. Der vielfach ausgezeichnete Dramatiker thematisiert in seinen Stücken unter anderem den Raubbau des Menschen an der Natur und sich selbst.

 

Panel »Digitalität«

25.04. | 14-16 Uhr

 

Wie heißt Digitalität am Theater? Gibt es spürbare Grenzen, die mit digitalen Mitteln nicht überwunden werden können? Wie können wir digitale Möglichkeiten nutzen, um nachhaltiger, diverser und vernetzter am Theater zu arbeiten? Und inwieweit kann ein digitales Theater das unvergleichliche kommunikative Miteinander zwischen Publikum und Spielenden im Live-Erlebnis kompensieren?

 

Keynote-Speaker für das Panel »Digitalität« ist Marcus Lobbes. Er arbeitet seit 1995 als Regisseur und Ausstatter im Musik- und Sprechtheater. Marcus Lobbes ist Direktor der Akademie für Theater und Digitalität, einem Modellprojekt des Theater Dortmund für digitale Innovation, künstlerische Forschung und technikorientierte Aus- und Weiterbildung.

 

Reflexionen auf Marcus Lobbes Beitrag und Einblicke in ihre eigenen Arbeitsgebiete und Erfahrungen geben Bernhard Mikeska, der als Regisseur unter dem Label Raum+Zeit mit dem Einsatz von digitaler Technik szenisch-installative Theaterarbeiten erarbeitet, sowie Janina Becker, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts »Wissen für den Markt« unter anderem digitale Verwertungswege für Forschungsergebnisse des Georg-Eckert-Instituts in Braunschweig untersucht und konzipiert.

 

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