Traumnovelle | ©Joseph Ruben
 
Schauspiel

Traumnovelle

 
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Samstag, 09.02.2019
20:45 bis 21:55 Uhr

Aquarium

Einführung 20:15 Uhr

Aktuell keine Termine geplant.

Termine

Arthur Schnitzler

 

Welche uneingelösten Begierden und Fantasien lauern verdrängt unter unserer kultivierten Oberfläche? Welche Sehnsüchte schlummern jenseits unserer rationalen Vernunftswelt? Ist es möglich, sein Gegenüber wirklich zu kennen, in einen Menschen hineinzusehen? Arthur Schnitzlers »Traumnovelle« hinterfragte schon vor über 90 Jahren den schönen Schein der bürgerlichen Welt. Die junge Regisseurin Rieke Süßkow wird Schnitzlers Text in einen Raum verwandeln, der jeden, der eintritt, auf sich selbst zurückwirft.

Aufführungsdauer: ca. 65 Minuten, keine Pause

Hinweis: 

Die »Traumnovelle« wird in einer außergewöhnlichen Rauminstallation gezeigt, die eine besonders intensive Theatererfahrung ermöglicht. Für Menschen mit einer Neigung zur Klaustrophobie oder mit Rückenproblemen könnte die Zuschauer-Situation allerdings ungeeignet sein. Erkundigen Sie sich für weitere Informationen gerne vorab an unserer Theaterkasse. 

 

 

 

Pressestimmen

»Inzwischen ist die klassische Peep Show ausgestorben - die junge Regisseurin Rieke Süßkow aber, frisch diplomiert an der Theaterakademie in Hamburg, erfindet sie neu für ein formal recht spektakuläres Projekt am Staatstheater Braunschweig. [...] Die Visionen, die sich da Bahn brechen, haben es allemal in sich - der Mann durchlebt (oder durchträumt) eine ziemlich orgiastische Reise durchs Wiener Nachtleben, die Frau fantasiert sich Sex mit einem potenten Dänen aus einem frühreren Urlaub herbei, während der Gatte ans Kreuz genagelt wird. Wow. [...] Eigentlich nehmen die Personen im Spiel vor allem die Position des Beobachtens und Begehrens ein, die der Mann eine gefährlich wilde Nacht lang durchschreitet.« 

Theater Heute, Michael Laages, Mai 2019

»Regisseurin Rieke Süßkow, Absolventin der Hamburger Theaterakademie, ließ nun am Staatstheater Braunschweig ein besonders reizvolles Schmuddel-Szenario auf die Bühne bauen: die Peep-Show [...] Wer durch die Scheibe vor sich blickt – sieht erst mal das eigene Antlitz. Bei Lichtwechseln dann auch die anderen einsamen Voyeure. Das sind Theaterbesucher ja immer. Nun werden sie durch die Gucklochperspektive explizit darauf verwiesen. Sie erleben so aber auch Fridolins Situation: Im Traum zur Verarbeitung unterdrückten Begehrens lässt er sich auf keine Avancen ein, keine Orgien und keine „Fifty shades of Grey“-Szenarien – sondern verharrt in der Lust und Qual des Zuschauens.«

taz, Jens Fischer, 8. Februar 2019

»Wir finden uns in einem aufwendig gezimmerten Peepshow-Ambiente. Jeder Besucher hat eine eigene Kabine für sich. In dem Fenster ins Innere sieht man zunächst nur: sich selbst. Wie in einem Zerrspiegel. Da bist du schon im Spiel, bevor es überhaupt losgeht.
Und wenn im rotlila glitzernden Innenraum das Licht angeht, ist das wie eine kalte Dusche für den Voyeur in uns allen: Hier ereignet sich das Gegenteil einer Peepshow: Statt einer entblößt sich räkelnden Frau drei Figuren reglos, wie eine bizarre Skulptur. Alle mit blauen Anzügen, alle mit identischen Masken: Mädchen mit weit aufgerissenen Manga-Augen und zerzaustem Blondschopf. Während des gesamten Dramas wird man nicht wissen, welche Schauspieler sich dahinter verbergen. Ganz allmählich kommt Leben ins Bild. Man ahnt, dass dort ein Ehepaar einen öden Abend verbringt. Eine Figur rührt in einer Tasse, eine andere blättert langsam Seiten einer Zeitschrift um. Klirrend laut werden die Geräusche in die Kabinen übertragen. Dann ein einziger Satz: "Es ist Zeit, schlafen zu gehen." Dann wieder Dunkel, das verzerrte Spiegelbild.
Das hat zunächst etwas gespenstisch Entfremdetes, ein Maskenspiel der Ereignis- und Beziehungslosigkeit. So entwickelt sich das Stück weiter. Die traumhaften, makabren, erotischen Wirrungen, diese immer wieder abgebrochenen Abenteuer einer fantastischen Nacht werden in den immer gleichen Masken und Ganzkörperkostümen mehr oder minder pantomimisch angedeutet, zumeist gedehnt, oft zeitlupenartig. [...] Die Masken bieten den größtmöglichen Kontrast zum Innenleben der Figuren. Man kommt nicht ran, man kommt nicht rein. Kein bisschen. Das ist, wenn man so will, die radikalste Verweigerung, verstehen zu wollen, was sich überhaupt abspielt zwischen Menschen.« 

Besetzung
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