©Björn Hickmann/ stage picture
 
Musiktheater

Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wird

 
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Samstag, 07.05.2022 um 19:30 Uhr

Kleines Haus

Musiktheater von Stefan Litwin nach dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Weiss

in deutscher Sprache

Uraufführung

 

Herr Mockinpott wird ins Gefängnis gesteckt – und weiß nicht warum. Korrupte Beamte ermöglichen, dass er vor die Tür gesetzt wird. Er stolpert ins Freie und trifft auf Herrn Wurst, eine gemütliche Figur, die sich seiner scheinbar annimmt. Ob zuhause bei seiner Ehefrau, bei seinem Arbeitgeber, vor der Regierung und schließlich sogar vor dem lieben Gott: Mockinpott erlebt eine Ungerechtigkeit nach der anderen und wird Schritt für Schritt seiner Individualität beraubt.

 

»Mockinpott« von Peter Weiss (1916 – 1982) ist eine in Knittelversen geschriebene sozialkritische Groteske, die an das Kasperlespiel anknüpft. Darin gerät die Hauptfigur in eine zunehmend mechanisierte Welt, in der sie selbst mechanisiert werden soll. Weiss hat eine Woyzeck-Travestie geschaffen. Das Individuum verliert seine Einzigartigkeit: Der geschundene Mockinpott wird in elf Bildern allmählich an die harte, seelenlose Gesellschaft angepasst.

 

Nachdem Stefan Litwin bereits »Nacht mit Gästen« von Peter Weiss als Musiktheater realisiert hat, folgt nun eigens für das Staatstheater Braunschweig die Vertonung des Schwesterwerks als große clowneske Oper und als ein spartenübergreifendes Projekt zwischen Musiktheater und Schauspiel. Die Musik zeichnet Mockinpotts Transformation mit düsterem Humor nach und kommentiert sie.

 

Peter Weiss war einer der wichtigsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Mit seinem szenischen Oratorium »Die Ermittlung« oder dem Drama über »Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats…« schrieb er Theatergeschichte. Stefan Litwin ist neben seiner vielfältigen kompositorischen Tätigkeit auch ein international renommierter Pianist, der regelmäßig mit führenden Orchestern, Kammermusikpartner:innen und Sänger:innen auftritt.

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 50 Minuten, keine Pause

 

Zur Audioeinführung von Holger Schröder | 6 Minuten

 

 

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Pressestimmen

»Zachariah N. Kariithi adelt die Titelrolle nicht nur mit warmem, lyrischem fließenden Bariton, sondern auch als Darsteller, der den lächerlichen Typus des Einfältigen ins Charakterfach holt und beim Zuschauer findet, was er auf der Bühne vergeblich sucht: Mitleid.«

»Die Übertragung des Jahrmarktsbudenzaubers der Vorlage ins Zirkusmilieu gelingt überzeugend… Im Mittelpunkt der traurige Clown, unser Mockinpott, den Zacharias N. Kariithi bei aller Larmoyanz zum Sympathieträger macht. Was an seinem liebenswerten Spiel, aber natürlich auch an seiner so wohlig warmen und kräftigen Baritonstimme liegt. Mit viel Perkussion, Bläserstößen, gezupften Streichern treibt Stefan Litwin die Handlung voran. Alexis Agrafiotis hält sein „Zirkusorchester“ hinterm Gaze-Vorhang präzise beisammen.«

Besetzung
  • Mockinpott: Zachariah N. Kariithi
  • Wurst: Robert Prinzler
  • Ehefrau / Schwester / Regierung 1 / Der liebe Gott: Julia Suzanne Buchmann
  • Wärter / Angestellter / Arzt / Regierung 2: Julius Ferdinand Brauer
  • Advokat / Nebenbuhler / Regierung 3: Benjamin Kaygun
  • Amtmann / Arbeitgeber / Schwester / Diener: Mirko Näger-Guckeisen
  • Vier Engel: Bo Mi Lee, Min Geum Jin, Barbara Walach, Chiara Ducomble
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