Es brennt. Brandherde, wo man hinschaut: Klimawandel, Rassismus und Ausgrenzung, die Erosion demokratischer Werte – mehr denn je scheint das Theater als »Katastrophenwerkstatt« gefragt zu sein.

 

Demgegenüber steht die übermäßige Freude, endlich wieder spielen zu können. Die Freude über die Begegnung zwischen Theater und Publikum, zwischen Freund:innen und Unbekannten, zwischen Menschen, die für das Theater brennen, vereint in der Lust, Theater sinnlich zu erleben. Theater als Fest.

 

So zieht sich durch die Spielzeit 2021/22 im Schauspiel auch kein übergeordnetes Thema, sondern ein Netz von Leitlinien, die sich treffen, überschneiden, verknoten, Fäden, die gesponnen werden, sich verlieren und in Neues verwandeln. Stücke und Projekte, die sich um Macht und Gewalt (z.B. »Maria Stuart«, »Woyzeck«, »Was Nina wusste«), um Recht und Ordnung (z.B. »Die Polizey«, »Die Schritte der Nemesis«, »Eleos«) oder um Liebe und Hass spinnen (z.B. »Batterie zum Anschließen der Liebe«, »Die Reise nach Kallisto« oder »Sehr schön und sehr tot«). Es sind starke Stücke zeitgenössischer Autor:innen wie Caren Jeß, Manfred Karge, Michel Decar, Lars Werner oder Björn SC Deigner, Projekte, die im Stadtraum entstehen (»Freiraum«, »Industrielandschaft mit Einzelhändlern«) und große Klassiker von Schiller über Büchner hin zu Max Frisch. Komödien und musikalische Produktionen erwarten Sie, Stückentwicklungen und Stoffe der Weltliteratur – inszeniert von Regisseur:innen von 26 bis 80. Theater von einem engagierten Ensemble für ein engagiertes Publikum!

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

Ursula Thinnes und das Team des Schauspiels

Das Aquarium ist immer ganz NAH am Wesen und seiner Zeit.

 

Ehe das coole Gärtnern und die Flucht der Hipster aufs eigene Feld ganz groß wurden, war das gläserne Halbrund im zweiten Stock schon ein Kleingartenverein. Komplett mit Laube, Pflanzen und Satzung.

 

Dann wurde daraus – in Vorwegnahme des kollektiven Digitalisierungsschubs namens Corona – das Analogikum. Ein Klub- und Kulturhaus der frühen Achtziger, als Töne noch von Platten und Bändern kamen – und Bilder auf Fotopapier entwickelt.

 

Diese technologische Steinzeit war ein wichtiges Korrektiv zur Zoomexistenz, zum Datenklau und online Saufen allerorten. Als hätten wir‘s geahnt, dass die Welt bald darauf Lieferando. Allerdings mit dem kleinen Makel, dass das halt nur wenige gesehen und erlebt haben. Geheimavantgarde in Coronazeiten. Pfft.

 

Was nun als nächstes dräut ist NÄHE. Wir werden – sobald wir dürfen – nahtlose Menschenhaufen pressen. Und vor denen erhebt sich, ZUM GREIFEN NAH: DER BERG. Mit flüsternden Lippen berühren wir beinahe die Lauschmuscheln. NÄHE ist hinterhältige Opposition zu unserer Diskretion. Nestwärme als Versprechen, nicht als Verbrechen. Erotisch determinierte Maschinen entschlüsseln im selbstoptimierenden Bestreben Ihren biomolekularen Status. Ist Ihnen jemals jemand so NAHE gekommen?

 

Maschinenerotik, Wetten auf die Liebe, Kybernetikerinnen, Schöne, weil Tote und zuletzt zurecht Empörte RÜCKEN AUF uns zu, treten ÜBER DEN BERG in Eure Aura. So viel NÄHE. – Alles in dieser Spielzeit zu erleben im Aquarium.

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