Solo von Lilly-Marie Vogler,
ab 14 Jahren
Eingesperrt in ihrem Kinderzimmer wartet Iphigenie auf ihre Hinrichtung. In mehreren Anläufen versucht sie, uns ihre Geschichte zu erzählen und wie es dazu kommen konnte: Angefangen hat alles mit ihrem Ururgroßvater Tantalos und einem Familienfluch. Zwei Generationen später zettelt ihr Vater Agamemnon den Trojanischen Krieg an und erzürnt durch das Töten einer Hirschkuh die Göttin Artemis. Diese schickt ihm zur Strafe eine Windstille, damit seine Schiffe nicht weiter Richtung Troja segeln können. Der Zorn der Artemis kann angeblich nur besänftigt werden, indem Agamemnon seine Tochter Iphigenie opfert. Kann sie ihr Schicksal abwenden?
Wer ist die junge Frau hinter dem Mythos heute? In ihrem Text stellt Lilly-Marie Vogler genau diese Frage und beginnt ein neues und feministisches Kapitel der 2400-jährigen Rezeptionsgeschichte. Dabei reflektiert der eindrückliche Soloabend Frauenbilder, hinterfragt das Patriarchat und rechnet gnadenlos mit einer von Männern dominierten Welt ab.