Das Staatsorchester Braunschweig gehört zu den ältesten Kulturorchestern der Welt. Hervorgegangen ist es aus der 1587 gegründeten Hofkapelle des Herzogs Julius zu Braunschweig-Wolfenbüttel. Die Entwicklung zu einem modernen Opern- und Sinfonieorchester lässt sich anhand seines historischen Werdeganges nachvollziehen, der verbunden ist mit Namen wie Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Karl Heinrich Graun, Louis Spohr, Felix Mendelssohn Bartholdy, Hector Berlioz, Franz Liszt oder Richard Strauss, die als Kapellmeister oder Dirigenten eigener Werke in Braunschweig wirkten. Aus der Herzoglichen Hofkapelle wurde 1918 das Orchester des Braunschweigischen Landestheaters und nach dem 2. Weltkrieg das Staatsorchester Braunschweig.
Generalmusikdirektor Friedrich Praetorius
Seit der Spielzeit 2026/27 ist Friedrich Praetorius Generalmusikdirektor des Staatsorchesters. Er gehört zu den bemerkenswerten Dirigenten seiner Generation. Nach seinem Studium an der Hochschule Franz Liszt Weimar wurde er 2024/25 als Kapellmeister und Assistent von Donald Runnicles an die Deutsche Oper Berlin berufen. Dort dirigierte er La Bohème, La Traviata, Rigoletto, Hänsel und Gretel, Die Zauberflöte und Il Barbiere di Siviglia; 2025/26 folgten Don Carlo, Madame Butterfly und Carmen.
Bereits während seines Studiums bei Nicolás Pasquet und Ekhart Wycik in Weimar sowie Daniele Agiman in Mailand war Praetorius Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater Weimar und am Theater Chemnitz. Dort leitete er mit großem Erfolg zahlreiche Aufführungen des klassischen Opern-Repertoires. Weitere Stationen führten ihn nach Coburg, Meiningen, Leipzig und Mailand. Hinzu kamen Assistenzen und erste Aufführungen an der Oper Leipzig, wo er ab der Spielzeit 2026/27 ständiger Gastdirigent sein wird.
Auch im Konzertbereich ist Praetorius gefragt: Er arbeitet mit der Staatskapelle Weimar, dem Beethoven Orchester Bonn, der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin, der Württembergischen und der Rheinischen Philharmonie sowie mit dem Konzerthausorchester Berlin. Weitere Erfahrungen sammelte er mit WDR- und MDR-Sinfonieorchester, Gürzenich-Orchester Köln und der Karajan-Akademie.
Praetorius ist Preisträger des German Conducting Award 2025, Gewinner des 10. Wettbewerbs für Operndirigenten in Orvieto, Preisträger von CAMPUS DIRIGIEREN 2022 und wird vom Forum Dirigieren des Deutschen Musikrates gefördert. Seit 2023 leitet er die SommerMusikAkademie Hundisburg.
JUNGES! Konzert
Zunehmend an Bedeutung gewinnen programmatisch die Aktivitäten im Bereich der Kinder- und Jugendkonzerte für ein Publikum ab 0 Jahren. Dies schlägt sich nicht nur in einem quantitativ größeren Angebot nieder, sondern auch in neuen Formaten oder vertraglich festgemachten Kooperationen wie etwa zwischen dem Staatsorchester Braunschweig und dem Jugendsinfonieorchester der Städtischen Musikschule der Stadt Braunschweig.
Umfangreiches Konzertprogramm
Neben der Mitwirkung bei Musiktheater-Aufführungen hat das Orchester eine wichtige Aufgabe im Konzertbereich. Mit jährlich rund 40.000 Konzertgästen sind die Konzertreihen des Staatsorchesters Braunschweig in Niedersachsen ohne Konkurrenz. Sonderkonzerte und eine Kammermusikreihe mit Mitgliedern aus dem Staatsorchester komplettieren das Angebot in Braunschweig. Zusätzlich sind die Ausdehnung der Konzerttätigkeit im Braunschweiger Umland und darüber hinaus sowie die Mitwirkung bei Musikfestivals zu einem wichtigen Betätigungsfeld geworden.